Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 4)

mittwochsFilm im Oktober | Futur Drei

Mittwoch, 07.10.2020, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, Marktstraße, Dürkopp Tor 6
Eintritt frei

Futur Drei

Parvis wächst als Kind der Millenial-Generation im komfortablen Wohlstand seiner Iranischen Einwanderer-Eltern auf. Dem Provinzleben in Hildesheim versucht er sich durch Popkultur, Grindr-Dates und Raves zu entziehen. Nach einem Ladendiebstahl leistet er Sozialstunden als Übersetzer in einer Unterkunft für Geflüchtete. Dort trifft er auf das iranische Geschwisterpaar Banafshe und Amon. Zwischen ihnen entwickelt sich eine fragile Dreierbeziehung, die zunehmend von dem Bewusstsein geprägt ist, dass ihre Zukunft in Deutschland ungleich ist.

In seinem autobiographischen Regiedebüt erzählt Faraz Shariat, Jahrgang 1994, authentisch und zugleich wundersam überhöht vom queeren Heranwachsen eines Einwanderersohns in Deutschland – und liefert damit einen entschlossenen Gegenentwurf zu einem konventionellen deutschen Kino, in dem post-migrantische Erlebnisse und Geschichten von Einwanderern und ihrer Familien allzu oft ausgeschlossen oder misrepräsentiert werden. Für sein sensibles, pop-affines und kraftvolles Plädoyer für Diversität wurde „Futur Drei“ beim First Steps Award 2019 als Bester Spielfilm ausgezeichnet, Shariats junges Darsteller*innen-Ensemble (Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali, Benjamin Radjaipour) erhielt den Götz-George-Nachwuchspreis. Auf der Berlinale, wo der Film im Panorama seine Weltpremiere feierte, wurde „Futur Drei“ mit zwei Teddys (Bester Spielfilm, Leser*innen-Preis) geehrt.

mittwochsFilm im Februar | Taxi zum Klo

Mittwoch, 05.02.2020, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, Marktstraße, Dürkopp Tor 6
Eintritt frei

BRD 1980, 95 Min., Regie: Frank Ripploh

Bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1980 löste TAXI ZUM KLO in den Kinos der braven Bundesrepublik einen Skandal aus – und wurde kurz darauf spektakulär mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet. Heute gilt Frank Ripplohs authentischer und schamloser schwuler Liebesfilm als einer der großen Klassiker des queeren Kinos aus Deutschland.

„Ich mag Männer, bin 30 Jahre alt, von Beruf Lehrer“, sagt Frank, der abends auch schon mal als Peggy ausgeht. Im Fummel lernt er Bernd kennen – und nimmt ihn aus dem Kino direkt mit nach Hause. Von da an sind die beiden ein Paar. Frank genießt das Zusammensein mit Bernd, aber er will auch weiter seine Freiheiten jenseits des trauten Heims: Treffen mit anderen Männern, vor allem anonymen Sex in Parks und auf öffentlichen Toiletten, das Abenteuer, den Exzess. Für die monogame Partnerschaft und ein ruhiges Leben auf dem Bauernhof, wie Bernd es sich wünscht, ist er nicht zu haben. Auf dem jährlichen Tuntenball kommt es zum Eklat …

Mit TAXI ZUM KLO erzählt Regisseur und Hauptdarsteller Frank Ripploh seine eigene Lebensgeschichte: Bevor er mit dem Filmemachen begann, war er Lehrer an einer Schule in West-Berlin, sein offener Umgang mit der eigenen Homosexualität kostete ihn damals seinen Posten. Ripplohs Film ist nicht nur eine erotische, absurd komische Reise in die Schwulenszene der 80er, sondern auch ein berührendes, durch und durch unabhängiges Stück queerer Kinogeschichte.

Zum 40. Jubiläum endlich in digital restaurierter Fassung!

mittwochsFilm im Januar | Beautiful Thing

Mittwoch, 15.01.2020, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, Dürkopp Tor 6
Eintritt frei

UK 1996, 87 Min., Regie: Hettie MacDonald, mit Linda Henry, Glen Berry, Scott Neal, Jeillo Edwards, Tameka Empson, Ben Daniels

Wer diesen Film noch nicht kennt oder viel zu lange nicht mehr gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen! Völlig zurecht gilt BEAUTIFUL THING als schönster, rührendster, wichtigster, ernsthaftester Coming-Out-Film überhaupt, seit er 1996 zum ersten Mal die Herzen der Kinozuschauer eroberte. Erzählt wird die Geschichte der beiden 15-jährigen Jungs Jamie und Ste, die Tür an Tür in einer Londoner Hochhaussiedlung wohnen. Jamie ist schüchtern und kämpft wie seine alleinerziehende Mutter jeden Tag um Respekt und Anerkennung – in der Schule wird er gehänselt, auch von Ste. Doch auch Ste muss täglich die Schikanen von seinem Vater und seinem Bruder ertragen. Eines Abends landet er, grün und blau geprügelt, im Bett von Jamie – und in dieser aufregenden Situation ist plötzlich alles anders. Nun kommen neue Herausforderungen und Mutproben auf die beiden zu, die bestanden werden wollen. Aber dass am Ende alle Bewohner der Hochhaussiedlung mit ihnen zusammen engumschlungen zu „Dream A Little Dream Of Me“ tanzen werden, daran hätten sie wohl in ihren romantischsten Träumen nicht gedacht…

MittwochsFilm zum Weltaidstag | Rettet das Feuer

Mittwoch, 04.12.2019, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße
Eintritt frei

D 2019, 82 Min., Regie: Jasco Viefhues, mit Aron Neubert, Michael Brynntrup, Melitta Poppe, Mignon, Renate, Paula, Sau, Ulf, Axel Wippermann

Berlin, 1993. Der Fotograf und Künstler Jürgen Baldiga kämpft gegen das HI-Virus. In den neunziger Jahren erreicht die Aids-Epidemie ihren Höhepunkt, auf den Niemand vorbereitet ist. Die infizierten Körper und ihre Geschichten verschwinden, als hätte es sie nie gegeben. Den Tod der Freunde, und den eigenen vor Augen wird Baldiga zum Chronisten seiner Zeit. „Ich mache ein Foto. Ich fotografiere die Welt. Ich existiere.“ Ohne die Erinnerung, verschwinden Identität und Geschichte. Bis zum letzten Tag arbeitet Jürgen Baldiga an der Dokumentation eines Exodus, der auch ihn erfasst. Der Dokumentarfilm Rettet des Feuer richtet den Blick auf ein Stück Westberliner Geschichte und die Stimmen des kollektiven Gedächtnis‘.

MittwochsFilm im November Giant Little Ones

Mittwoch, 06.11.2019, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße
Eintritt frei

Kanada 2018, 93 Min., OmU,  Regie: Keith Behrman, mit Josh Wiggins, Darren Mann, Taylor Hickson, , Maria Bello, Kyle MacLachlan, u.a.

Freundschaft, Erwachsenwerden und Chaos der Gefühle: ein wirklich außergewöhnlicher Coming-of-Age-Film.

Franky und Ballas sind seit Ewigkeiten beste Freunde. Die Stars des Schwimm-Teams sind beliebt in der Highschool und begehrt bei den Mädchen. Doch als sich die beiden im betrunkenen Zustand sexuell näherkommen, ist plötzlich alles anders: Ballas will mit Franky nichts mehr zu tun haben und die Gerüchteküche in der Schule brodelt. Franky erlebt Mobbing und Gewalt, aber auch eine neue Nähe zu seinem Vater, der selbst seit einigen Jahren schwul lebt. Allmählich wird dem Teenager klar, wer er sein möchte.

Der kanadische Regisseur Keith Behrman packt die Wirrungen des (queeren) Heranwachsens in einen mitreißenden Soundtrack und furios choreografierte, leuchtende Bilder. Neben den Newcomern Josh Wiggins und Darren Mann glänzen die Schauspielstars Kyle MacLachlan und Maria Bello in den Nebenrollen.

MittwochsFilm im Juli | Jonas – Vergiss mich nicht!

Donnerstag, 03.07.2019, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße
Eintritt frei

F 2018, 82 Min., Regie: Christophe Charrier, mit Félix Maritaud, Nicolas Bauwens, Tommy-Lee Baïk, Aure Atika, Marie Denarnaud u.a

Ein Intensives schwules Coming-of-Age-Drama. Der 33-jährige Krankenpfleger Jonas ist ein rauer Bursche: cool absolviert er seinen Job, treibt von Sexdate zu Sexdate, lässt sich nichts gefallen und riskiert dafür schon mal eine Schlägerei. Als sein Freund ihn nach einer weiteren nächtlichen Eskapade aus der Wohnung wirft, fährt Jonas ziellos mit seinem Motorrad umher. Innerlich weiß er, was ihn zur dieser unnahbaren Person, die er heute ist, gemacht hat: Eine enttäuschte Jugendliebe in Verbindung mit einem schrecklichen Geheimnis. Jonas muss sich seinen Dämonen stellen und macht sich auf die Suche nach seinem Jugendfreund Nathan, seiner ersten großen Liebe.

Schwule Emanzipation und ihre Konflikte

Dissertationsvorstellung von Patrik Henze (Patsy L‘Amour laLove)

Donnerstag, 27.06., 18 h ct, Universität Bielefeld, UHG, Hörsaal 10

Ab 1971 gründeten sich die ersten schwulen Aktionsgruppen in der Bundesrepublik. Ihr Ziel: Schwule Emanzipation – und die Befreiung aller vom Kapitalismus. Die regelmäßig aufflammenden Debatten und Streits über den richtigen Weg, die Betonung von Theorie oder Aktivismus, zogen Abspaltungen ebenso nach sich wie sie tiefgehende Beschäftigungen mit Sexualität, Schwulsein und Gesellschaft antrieben.

Nach Vortrag und Diskussion möchten das SchwuR der Uni , das Schwulenreferat der FH und die Aidshilfe mit euch den Abschluss der CSD-Kulturwochen und das 50-jährige Stonewall-Jubiläum mit Sekt und Schnittchen feiern. Denn in der Nacht vom 27. auf den 28.06.1969 starteten in der New Yorker Christopher Street die Stonewall Riots.

Martin Dannecker – Fortwährende Eingriffe

Buchvorstellung

Mittwoch, 12.06.2019, 18.00 Uhr, Unihauptgebäude, Hörsaal 10


Die Schwulenbewegung der 1970er Jahre kämpfte für die Befreiung der Sexualität. Mit dem Auftreten von HIV und Aids geriet sie jedoch in die Defensive. Der »Lebensstil der Homosexuellen« wurde durch Medien, eine moralinsaure Gesundheitspolitik und warnende Stimmen aus der Bewegung selbst für die Verbreitung der tödlichen »Schwulenseuche« verantwortlich gemacht. Martin Dannecker hat im Laufe der Debatten die dramatischen Einschnitte in die sexuelle Freiheit immer wieder analysiert, dabei an seinem sexualitätsbejahenden und emanzipatorischen Standpunkt festgehalten und gegen den Trend moralisch argumentierender und restriktiver Präventionsstrategien Stellung bezogen. Danneckers Texte zeigen, wie es gelingen kann, sich dem Druck der »Normalisierung« zu widersetzen und die Freiräume der Subjekte zu verteidigen.

Martin Dannecker, geboren 1942, gehört zu den Pionieren der Schwulenbewegung. Er war an Rosa von Praunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers …“ (1971) beteiligt; seine mit Reimut Reiche durchgeführte Studie „Der gewöhnliche Homosexuelle“ (1974) veränderte die öffentliche Wahrnehmung schwuler Männer. Dannecker lehrte von 1991 bis 2005 als außerordentlicher Professor am Institut für Sexualwissenschaft des Klinikums der Universität Frankfurt / M. und publizierte zahlreiche Aufsätze und Bücher. Er lebt seit einigen Jahren in Berlin. Zuletzt erschien sein Buch „Faszinosum Sexualität. Theoretische, empirische und sexualpolitische Beiträge“ (2017).

Monument of Pride – A documentary on the pink revolution in the Netherlands

Am 05.

Donnerstag, 06.06.2019, 20 h
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße
Eintritt frei

NL 2017, Dauer: 83 Min.
Regie: Sebastiaan Kes

September 1987 wurde im westlichen Zentrum Amsterdams das Homomonument eingeweiht. Es war das weltweit erste Mahnmal für die lesbischen und schwulen Opfer der Nazi-Zeit und des zweiten Weltkriegs. Das Homomonument befindet sich direkt neben dem Anne-Frank-Haus und der historischen Westerkerk an der Keizergracht. Initiiert wurde es vom PSP-Politiker Bob van Schijndel und gestaltet von Karin Daan. Jedes Jahr finden dort Feierlichkeiten zum Befreiungstag am 05. Mai statt. Die Niederlande gelten als eines der LSBT-freundlichsten Ländern der Welt. Doch das war es nicht immer. Die Geschichte von Homosexualität in den Niederlanden war sehr wechselhaft. Aber wie verlief die Geschichte von Sodomie-Prozessen mit Todesstrafe ab 1730 über Napoleons Code pénal, der Einführung des Nazi-Paragraphen 175 in den Niederlanden bis hin zur Homoehe als weltweit erstes Land? Und sind die Holländer überhaupt so tolerant, wie sie vorgeben?

Monument of Pride dokumentiert das Homomonument und die Geschichte von Homosexualität in NRWs Nachbarland. Dabei berührt der Film auch deutsche Einflüsse wie Hirschfeld und die Nazis. Historische Dokumente und Archivmaterialien stehen neben aktuellen Aufnahmen. Denn gleichzeitig porträtiert der Filmemacher Sebastiaan Kes in seiner zweiten Doku einige queere Aktivisten und Zugezogene. So etwa die transsexuelle Amsterdam-Pride-Botschafterin Ana Paula aus Brasilien, die seit 14 Jahren in Holland lebt, sowie den schwulen syrischen Flüchtling Shevan, der in Damaskus im Gefängnis saß. Somit zollt der Film den ersten 30 Jahre des Homomonuments in Amsterdam wie auch denjenigen, die für diese Freiheiten gekämpft haben, seinen Tribut.

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