Archiv der Kategorie ‘Universität‘

 
 

mittwochsFilm am Donnerstag | Januar | Sorry Angel

Donnerstag, 10.01.2019, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße

Eintritt frei

Frankreich 2018, 132 Min., Regie: Christophe Honoré, mit Vincent Lacoste, Pierre Deladonchamps, Denis Podalydès u. v. a.

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde …

Christophe Honoré zählt seit seinen Kritikerlieblingen „Meine Mutter“ (2004) und „Chanson der Liebe“ (2007) zu den aufregendsten europäischen Regisseuren seiner Generation. Sein neuer Film, der im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt wurde, ist ein intimes und generationenübergreifendes Zeitstück über das Leben in der Pariser Bohème in der Hochphase der Aids-Krise. In den Hauptrollen glänzen mit Pierre Deladonchamps („Der Fremde am See“) und Vincent Lacoste („Jungs bleiben Jungs“, „Eden“) zwei Hoffnungsträger des jungen französischen Kinos.

Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

Versuche über die Pubertät. Hans Henny Jahnn und Hubert Fichte mit Martin Dannecker gelesen

Versuche über die Pubertät.
Hans Henny Jahnn und Hubert Fichte mit Martin Dannecker gelesen

Eine Veranstaltung im Rahmen der CSD Kulturwoche Bielefeld

Donnerstag, 7. Juni 18:30 – 21:00, Hörsaal 9

In dem Essay Engel des Begehrens von 1985 befasst sich Martin Dannecker mit der „Sexualität der Figuren in Hubert Fichtes Werk“. Der Essay analysiert literarische Texte mit dem Instrumentarium der Sexualwissenschaft marxistischer und psychoanalytischer Prägung, für die Dannecker steht. „Engel des Begehrens“ ist ein exemplarischer Text, der in der Literaturwissenschaft leider kaum rezipiert wurde.

Für die Literaturwissenschaft ist der Essay besonders deshalb interessant, weil er in zweifacher Weise über Zeit reflektiert, über individuelle Lebenszeit und über die Zeit der Geschichte, und an diese Reflexion eine Analyse von Sprechweisen anschließt. Der Vortrag wird gegen die Kontrastfolie der queer temporalities Danneckers Verständnis von Zeitlichkeit als ein dialektisches herausarbeiten. In einem zweiten Schritt werden verschiedene Beispiele der Weigerung zu reifen in Texten Hans Henny Jahnns und Hubert Fichtes in den Blick genommen und ihre Beziehung zueinander analysiert.

Benedikt Wolf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität (Humboldt-Universität zu Berlin). Er hat zum Thema Penetrierte Männlichkeit. Sexualität und Poetik in deutschsprachigen Erzählungen der literarischen Moderne (1905-1969) promoviert. Derzeit forscht er zu dem schwulen Satiriker und Journalisten Felix Rexhausen. Neben der deutschsprachigen Erzählliteratur des 20. Jahrhunderts und der Kritischen Heteronormativitätsforschung sind deutsch-jüdische Literatur und Antiziganismusforschung seine Schwerpunkte.

Eintritt frei!

Ausstellungseröffnung „Von Pest und Prävention – 30 Jahre AIDS-Plakate“

 

Donnerstag, 05.04., 16 Uhr, UHG, Zentrale Halle, UniQ

Die Plakatausstellung des Centrums Schwule Geschichte, die vom 05.04. – bis zum 13.04.2018 in der Universität Bielefeld gezeigt wird, dokumentiert die Vielfalt der AIDS-Aufklärung per Plakat. Die – auf 36 Tafeln – ausgestell­ten Plakate stammen aus verschiedenen Län­dern und sprechen unterschiedliche Betroffenengruppen an.

1981 tauchten die ersten Fälle ei­ner selte­nen Form der Lungenent­zündung bei zuvor gesunden, jun­gen homosexuellen Männern mit ei­nem stark geschwächten Immun­system in Los Angeles auf. Die Krankheit er­hielt ab August 1982 den Namen „Acquired Immuno Defi­ciency Syndrome – erworbe­nes Im­mundefektsyndrom – AIDS“. In Deutschland wurde sie erstmals 1982 bei einem Patienten aus Frankfurt am Main nachgewiesen.

Es gab keine Therapie, keine Hei­lung und keine Schutzimpfung. Ver­unsicherung, Angst, bis hin zur Pa­nik bestimmten den Umgang mit dieser neuen Infektionskrank­heit. Die deutsche Gesundheitspolitik ent­schied sich gegen Zwangsmaßnahmen und stattdessen für In­formation, Aufklärung und Beratung. Plakate spielten in der Präventi­on von Anfang an eine wichtige Rolle. Sie informierten über Anste­ckungswege und Schutzmöglichkeiten und förderten die Solidarität mit den Betroffenen.

HIV und Aids – heute

In Deutschland leben zurzeit etwa 88.000 Menschen mit HIV und Aids. Jährlich infizieren sich etwa 3.100 Menschen neu. Weltweit sind 36, 7 Mio. Menschen HIV-infiziert.
In den letzten Jahren hat sich viel verändert. Viele haben, wenn sie an Aids denken, noch die Bilder vom „Alten Aids“ vor Augen – eine Infektions­krankheit, für die es keine Schutzimpfung und keine Heil­behandlung gibt. Sie denken an körperlichen Verfall, Tod und Ster­ben, irrationale Infektions­ängste, moralische Verurteilung der Be­troffenen, Stigmatisierung und Aus­grenzung.

Die Lebenslage von HIV-Positiven hat sich insbesondere durch wirk­same Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich ver­bessert. Das „neue Aids“ ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass bei vielen Betroffenen eine Aidser­krankung vermieden werden kann, sofern sie sich rechtzeitig und kontinu­ierlich behandeln lassen. Die HIV-Infektion ist immer noch nicht heilbar, aber für viele zu einer chronischen Erkrankung geworden.
Die neuen medizinischen Entwicklungen eröffnen auch neue Mög­lichkeiten, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

Zum einen durch Schutz durch Therapie – HIV-Positive, deren Vi­ruslast durch die medizinische Behandlung mindes­tens 6 Monate un­terhalb der Nachweisgrenze liegt, sind nicht mehr ansteckend.
Zum anderen durch die PrEP. PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Exposi­tions-Prophylaxe“. Bei dieser Schutzmetho­de nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.
Das Kondom ist und bleibt jedoch für die meisten Menschen die einfachste und sicherste Möglichkeit, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

Trotz aller medizinischen Fortschritte gibt es auch heute noch das „Alte Aids“ viel zu oft! Bei rund 40% der Neudiagnosen ist das Im­munsystem be­reits schwer geschädigt. Weil Menschen, aus unter­schiedlichen Gründen, sich nicht oder erst sehr spät auf HIV testen lassen. Die Angst vor Stigma­tisierung und Diskriminierung ist der häufigste Grund dafür.
In einer aktuellen Studie der Deutschen AIDS-Hilfe gaben 20 % der Be­fragten an, dass Ihnen schon einmal eine medizinische Behand­lung auf­grund ihrer HIV-Infektion verweigert wurde. Stigmatisierung wirkt aber auch nach innen: 42 % der Befragten berichteten, dass ihr Selbstwertge­fühl aufgrund ihrer HIV-Infektion gesunken ist.

Der Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ist deshalb nach wie vor wichtig für ein positives Zusammenleben.

Teilnehmer (männlich) gesucht für Studie zur Sprachwahrnehmung (bis 17.01.18)

Buchpräsentation | Patsy L’Amour laLove – Beißreflexe

Montag 19. Juni, 18 Uhr, UHG Uni Bielefeld, Hörsaal 10

Patsy L'Amour laLove

Patsy l’Amour laLove stellt mit einem Vortrag ihr Buch „Beissreflexe –  Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten und Sprechverboten“ vor. Der Band hat in den letzten Monaten für sehr heftige Auseinandersetzungen gesorgt.

„Queer hat in den vergangenen Jahren eine bedeutsame Veränderung erfahren. Queerer Aktivismus operiert häufig mit Konzepten wie „Critical Whiteness“, „Homonormativität“ und „kulturelle Aneignung“. Ein Kampfbegriff lautet „Privilegien“ und wittert hinter jedem gesellschaftlichen Fortschritt den Verrat  emanzipatorischer Ideale. Oft erweckt dieser Aktivismus den Anschein einer dogmatischen Polit-Sekte. Das Ziel ist nicht selten die Zerstörung des sozialen Lebens der Angegriffenen.

In dem Sammelband widmen sich 27 Autor_innen dieser Form von queerem Aktivismus und ihren theoretischen Hintergründen aus einer Perspektive, die an die teilweise vergessene oder abgewehrte selbstbewusste Entgegnung von Queer anschließt.“

Patsy l’Amour laLove, Geschlechterforscherin aus Berlin, promoviert zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre und arbeit als Kuratorin sowie im Archiv Schwules Museum* Berlin

 

Vortrag: Remember Me!

rememberPerspektive: Seit Mitte der 1990er gab es fast zwei Jahrzehnte Stille um AIDS. Inzwischen findet jedoch ein „Wiederentdecken“ aus verschiedenen Richtungen statt.

Wie beeinflussen die neuen Perspektiven Menschen, die in der Generation so viel Leid und Elend gesehen haben ?

Im Zuge der Aufarbeitung dieses Traumas einer sozialen Gruppe, findet nicht nur ein In-Sich-Kehren der schwulen, weißen Mittelklasse statt.

Mittwoch, 22. Juni, 19 h
SchwuR, C1-180 (AStA-Galerie)

Pink Pride – Über Homosexualität in Israel

Mittwoch, 11.11.2015, 18 h, Universität Bielefeld, T2-213

HiI500

Im gesamten Nahen Osten gibt es nur ein einziges Land, in dem Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender weitgehend frei von staatlicher Diskriminierung sind und fortgeschrittene Rechte haben – und das ist Israel. Unter anderem werden Homosexuelle und queere Menschen dort durch ein Antidiskriminierungsgesetz geschützt, sie dürfen Kinder adoptieren, und die Armee nimmt Bewerber ohne Ansehen der sexuellen Orientierung an. In anderen Ländern der Region dagegen wird eine von der heterosexuellen Norm abweichende sexuelle Orientierung oftmals von Staats wegen verfolgt, nicht selten droht sogar die Todesstrafe.

In seinem Vortrag wird Alex Feuerherdt analysieren, wie es zur weitgehenden rechtlichen und politischen Gleichstellung von homosexuellen und queeren Menschen in Israel kam, welche Auseinandersetzungen dafür geführt wurden und wie es um die gesellschaftliche Akzeptanz der Homosexualität bestellt ist. Er wird einen Blick auf die vielfältigen Aktivitäten der israelischen LGBTIQ-Szene in Geschichte und Gegenwart werfen und dabei auch prüfen, mit welchen Widerständen diese Szene konfrontiert war und ist – sowohl vonseiten homophober Kräfte als auch durch jene, die dem jüdischen Staat unterstellen, durch seine progressive Politik gegenüber Homosexuellen lediglich von seinen Verbrechen gegenüber den Palästinensern abzulenken (»Pinkwashing«).
Der Referent wird aber auch darlegen, wie die Situation für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender konkret in Israels Nachbarländern aussieht – und inwieweit der jüdische Staat für sie einen Schutzraum darstellt.

Zum Referenten: Alex Feuerherdt ist freier Publizist und lebt in Köln. Er hält Vorträge zu den Themen Antisemitismus, Israel, Nahost und Fußball und schreibt regelmäßig für verschiedene Medien, unter anderem für die »Jüdische Allgemeine«, »n-tv.de«, »Konkret« und die »Jungle World«. Zudem ist er der Betreiber des Blogs »Lizas Welt«.

Schwule Vollversammlung

Wir laden ein zur Schwulen VV am Mittwoch, den 02.09., 15 h
im SchwuR. Raum C1-180 (AStA-Galerie)

Tagesordnung:

Wahl von Referenten
Resumée Schwule Filmtage 2015
Projekt Schwule Filmtage | mittwochsFilm
Filmreihe Richard (Gay Classics)
weitere Projekte für das WS 2015/16 (Lesung in Zusammenarbeit mit dem Literaturcafé und dem Mnnderschwarm Verlag, Hamburg, Sodom-Party im Oktober, Fahrt zur Ausstellung zur Geschichte der Schwukenbewegung im Deutschen Historischen Museum, Berlin, Zusammenarbeit mit der FH

20. Schwule Filmtage Bielefeld 2015 – 21. bis 27. Mai

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Homosexualität und Asyl – Vortrag von Barbara Wessel

Mittwoch, 13. Mai 2015, 20 h, Fachhochschule Bielefeld, Kurt-Schumacher-Str. 6, Gebäude D, Raum 207 D

asyl

Das Lesben- und das Schwulenreferat im AStA der Fachhochschule Bielefeld, sowie das Autonome Schwulenreferat der Universität Bielefeld laden zudem folgenden Vortrag ein:

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind inzwischen als Anknüpfungsmerkmale für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft im Asylrecht anerkannt.
Aufgrund richtungsweisender Entscheidungen des europäischen Gerichtshofs (EuGH) im November 2013 zur Verfolgung homosexueller Männer hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das in Deutschland mit der Entscheidung über die Asylanträge von Geflüchteten beauftragt ist seine diesbezüglichen Dienstanweisungen geändert.
In der Veranstaltung soll es nach einer kurzen rechtlichen Einordnung der Urteile des EuGH um deren Einfluss auf die Entscheidungs-Praxis des Bundesamtes gehen. Der Schwerpunkt soll aber auf den praktischen Erfahrungen und Schwierigkeiten liegen wenn es darum geht, dass Flüchtlinge ihre sexuelle Orientierung oder ihre geschlechtsidentität als Verfolgungsgrund geltend machen.