Monatsarchiv für Dezember 2012

 
 

Donnerstag, 17. Januar 2013, 19 h | Vortrag: „Es verlangte mich nicht, die Menschen nachzuahmen“

eine Veranstaltung des SchwuR in der FH Bielefeld,
Kurt-Schumacher-Str. 6
Gebäude C, Raum 136, Theaterlabor, Eintritt frei
StadtBahn Bültmannshof

Joachim Bartholomae (Männerschwarm Verlag, Hamburg) über Stolz und Elend des Außenseiters in der Literatur

Joachim Bartholomae Außenseiter zu sein ist kein Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung.

Die Tragödien Heinrich von Kleists zeigen den aristokratischen Außenseiter voller Stolz und Selbstverachtung, doch mit Franz Kafka rückt das Leiden an der Andersartigkeit in den Mittelpunkt.

Zwischen diesen zwei Polen oszillieren die Figuren Thomas Manns, James Baldwins, Eric Jourdans und Walter Foelskes. Bartholomae arbeitet in seiner Lesart dieser klassischen Texte typische Problemstellungen und Verhaltensmuster heraus, die für das (Selbst-)Verständnis von Außenseitern noch heute von Bedeutung sind und stellt sein im Oktober erschienenes Buch „Wie der Keim einer Südfrucht im Norden – Kleist, Kafka und andere Außenseiter der Literatur“ vor.

Wie der Keim einer Südfrucht im Norden

 

Die eigene Welt in einem anderen Blickwinkel gezeigt zu bekommen erweitert den Horizont um Aspekte, die einem sonst verborgen blei­ben.

In seinen Lesarten bekannter und unbe­kannter Auto­ren betont Joachim Bartholomae deshalb das Fremdartige.

Als Einstieg wählt er Heinrich von Kleist als denjenigen, der den Außenseiter der deutsch­sprachigen Literatur „erfunden“ hat.

Über Os­car Wilde, Thomas Mann und James Baldwin nähert er sich schwulen Auto­ren der Gegen­wart, unter anderen Eric Jourdan, Walter Fo­elske und Peter Rehberg.

Joachim Bartholomae (Jg. 1956) studierte So­ziologie in Bielefeld und arbeitet seit 1985 im Buch­handel. Er ist Mitbegründer des Männer­schwarm Verlags, Hamburg, und dort seit zwanzig Jahren für das literarische Programm zuständig.

„Schwulsein heißt, ein Bewußtsein davon zu haben, daß man sich von anderen unterscheidet und querliegt zu den vorgefer­tigten Lebensweisen. … Und Schwulsein heißt vor allem, sich aus einer Position zu entfernen, in der man um Anerkennung kämpft.

Ob nach all den Jahren aus Homosexuellen Schwule in diesem Sinne geworden sind, scheint mir angesichts einer wieder ein­mal auf Anpassung an die Lebensweise der Mehrheit abzielen­den Politik … zweifelhaft zu sein.“ (Martin Dannecker)

Mi, 12.12., 20 h | Vortrag: Regenbogenfamilie Teil II – Die juristische Perspektive

FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Eintritt frei

Vortrag von Carmen Grebe. Die Referentin ist seit 2001 als Anwältin selbständig tätig. Seit 2006 ist sie Fachanwältin für Familienrecht. Daneben ist sie als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für die öffentliche Verwaltung NRW tätig. Seit 2012 berät sie zudem Eltern und in Trennung lebende Paare als systemische Familienberaterin.

Homosexuelle können nicht heiraten. Auch ihre Kinder haben nicht die selben Rechte wie die Heterosexueller. Doch was bedeuten die diskriminieren Sachverhalte im am alltäglichen Leben von Regenbogenfamilien? Und welche juristischen Möglichkeiten können Lesben und Schwule dennoch nutzen? Erläutert werden die oben gestellten Fragen unter anderem anhand des Adoptions-, Erziehungs- und Aufenthaltsrechts.

Carmen Grebe

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld