Monatsarchiv für Dezember 2014

 
 

mittwochsFilm im Januar | Eastern Boys

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Frankreich 2013, 129 Min., Regie: Robin Campillo, mit Olivier Rbourdin, Kirill Emelyanov u.a.
französischer Originalton, deutsche Untertitel (abweichend vom Trailer)

Mittwoch, 07.01.2015, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Am Pariser Gare du Nord lernt der Mitte 40-jährige Daniel den jungen Marek kennen, der seinen Körper für 50 Euro anbietet. Sie verabreden sich bei Daniel, wo aber wenig später eine ganze Bande osteuropäischer
Jungs auftaucht und eine Party feiert, zu der der Gastgeber nicht eingeladen hatte. Fest im Glauben, einem üblen Trick aufgesessen zu sein, ist Daniel überrascht, als am nächsten Tag Marek bei ihm vor der Tür
steht und sein Versprechen einhalten möchte. Aus einer ‚Geschäftsbeziehung’ wird nach und nach ein regelmäßiges, aber immer unklareres Verhältnis. Kann zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen tatsächlich Liebe erstehen?

EASTERN BOYS lotet die Beziehung zwischen einem Stricher und einem Freier aus, ohne die sozialen Hintergründe der illegal in Frankreich arbeitenden osteuropäischen Jungs zu beschönigen. Immer, wenn der Verlauf der Geschichte von Marek und Daniel voraussehbar scheint, entwickelt sie sich in eine unvorhergesehen Richtung. Robin Campillos dramatische Liebesgeschichte wurde 2013 beim Internationalen Filmfestival von Venedig uraufgeführt und erhielt dort den Hauptpreis der prestigeträchtigen Nebensektion „Orrizonti“.

PREISE/FESTIVALS

  • Internationales Filmfestival Venedig 2013: Preis für den Besten Film der Sektion „Orrizonti“
  • Festival 2 Valenciennes 2014: Jurypreis und Besondere Erwähnung der Kritik
  • Internationales Filmfestival Santa Barbara 2014: Bester Internationaler Film
  • Internationales Filmfestival Thessaloniki 2013: Offizieller Wettbewerb
  • Internationales Filmfestival Toronto 2013: Sektion „Contemporary World Cinema“

 

Von echter Kritik keine Spur?! CSD – und Lesben- und Schwulenbewegung heute

Am Mittwoch (10. Dezember 2014) findet ein Diskussionsabend mit dem Publizisten Elmar Kraushaar statt.

Die Veranstaltung beginnt um 20 h (s.t.) in der Fachhochschule Bielefeld (Kurt-Schumacher- Str. 6, 33615 Bielefeld, Gebäude D) im Raum 207 D. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!

In seinem in der taz vom 29. Juli erschienenen Essay „Kein Protest. Eine Frage des Anstands“ formuliert Elmar Kraushaar eine scharfe Kritik am Mainstream der aktuellen Lesben- und Schwulenbewegung.

Hip, werbewirksam und vor allem marktkonform trete sie heute auf. Schauplatz ihrer politischen Auseinandersetzungen sei dieser Tage mehr facebook als die Straße. Und wenn es auf die Straße gehe, dann eher karnevalistisch, in Form einer entpolitisierten Party, wie Kraushaar die heutigen CSD?s — namentlich auch den Bielefelder — bewertet.

Ein ernsthaftes Bestreben, Grundsätzliches in Frage zu stellen, die Geschlechterordnung und Sexualmoral zu verändern, Herrschaft und Unterdrückung zu bekämpfen und sich dabei auf wissenschaftlich-kritische Theorien zu berufen sowie hierfür harte politische Kämpfe zu führen, vermisst der Autor.

Die Schwulenreferate der Universität und der Fachhochschule Bielefeld, sowie das Lesbenreferat der Fachhochschule Bielefeld haben Elmar Kraushaar eingeladen, um mit ihm über seine für viele vielleicht provokanten, für andere erfreut zur Kenntnis genommenen Thesen zu diskutieren. Der Autor erhält dabei Möglichkeit, seine Gedanken auszuführen, um anschließend mit den Anwesenden darüber in Dialog zu treten. Dabei ist von heftiger Kritik bis zu dankbarer Zustimmung alles erwünscht.

Kraushaar

mittwochsFilm im Dezember | Parting Glances

Parting Glances


USA 1986, 90 Min., Regie: Bill Sherwood, mit Richard Ganoung: Michael, John Bolger: Robert, Steve Buscemi: Nick, Yolande Bavan: Betty
englischer Originalton!

Mittwoch, 03.12.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Abschiedsblicke ist ein Film von Regisseur und Drehbuchautor Bill Sherwood, gedreht im Jahr 1984 (veröffentlicht im Jahr 1986) in den USA. Er wird allgemein angesehen als einer der wichtigsten und interessantesten unabhängigen Autorenfilme zum Thema Schwulsein und AIDS, deren Existenz er als erster Film überhaupt in den USA thematisierte.

Die Dreiecksgeschichte von Robert, Michael und Nick spielt in New York City und umfasst die Zeitspanne von 2 Tagen. Als Hauptperson steht Michael im Zentrum des Geschehens – Nick (ein Musiker) ist sein ehemaliger, Robert sein derzeitiger Freund. Da Nick an AIDS erkrankt ist, Michael Nick immer noch liebt (sogar mehr als seinen derzeitigen Freund, wie er später zugibt) und Robert das klar ist, plant dieser eine sechsmonatige Dienstreise nach Afrika, um Michael Zeit zu geben, sich um Nick zu kümmern und um so die Beziehung auch über den Tod Nicks zu retten.

Als Drama eingestuft, enthält der Film auch viele komische Momente. Kritiker lobten die witzigen, realistischen Dialoge des Films und die detaillierte Beschreibung der schwulen Szene der 80er Jahre in Manhattan. Abschiedsblicke war auch einer der Filme, die sich offen und realistisch mit dem Thema AIDS und den Auswirkungen der damals noch relativ neuen Krankheit auf die schwule Communmity befassten.

Bill Sherwood starb am 10. Februar 1990 im Alter von nur 37 Jahren an den Folgen von Aids.

Der Film enthält die Bronski-Beat-Songs „Lovbe and Money“, „Smalltown Boy“ und „Why“.