Monatsarchiv für Oktober 2016

 
 

mittwochsFilm im November | Liebmann

mittwochsFilm im Nov. | Liebmann

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D 2016, 81 Min., Regie: Jules Herrmann, mit Godehard Giese, Adeline Moreau, Fabien Ara, Bettina Grahs

Mittwoch, 02.11.16, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.

Eintritt: 5,00 €

Antek Liebmann (Godehard Giese) lässt sein Leben als Lehrer in Deutschland hinter sich, um nach Nordfrank­reich zu ziehen. Er freundet sich mit seiner französis­chen Nachbarin Geneviève (Adeline Moreau) an und beginnt eine Liebesbeziehung mit dem jungen Sébasti­en (Fabien Ara). Sein Vermieter erzählt ihm je­doch, dass ein Mörder in den angrenzenden Wäldern sein Unwesen treibt und Liebmann macht auf seinen Spa­ziergängen eine gefährliche Entdeckung. Zu allem Überfluss wird er von alten Erinnerungen aus Deutsch­land eingeholt, die ihm sein neues Leben er­schweren.

Jules Herrmann hat in ihrem Langfilmdebüt ein Experim­ent gewagt: Liebmann wurde auf die Schnelle ge­dreht in einem Dorf in Nordfrankreich, auf Grundlage von 27 Seiten Handlungsskizze, in enger Zusammen­arbeit mit Titeldarsteller Godehard Giese. Eine Erb­schaft hat das ermöglicht, eine Freiheit im Dreh und im filmischen Ausdruck, der bemerkenswert ist. Denn Liebmann ist nicht zuletzt eine ästhetische Erfahrung.

LIEBMANN wurde auf der Berlinale 2016 im Rahmen der Kategorie Perspektive Deutsches Kino aufgeführt.

(Vorpremiere, Kinostart 26.01.17)

Buchvorstellung | Selbsthass & Emanzipation. Das Andere in der heterosexuellen Normalität

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Selbsthass & Emanzipation. Das Andere in der heterosexuellen Normalität.
Vortrag und Buchvorstellung
Patsy l’Amour laLove

Mittwoch, 16.11.2016, 20 h, Uni Bielefeld, Hörsaal 9

Nicht nur Heterosexuelle betonen möglichst häufig, wie tolerant und liberal die Gesellschaft doch mittlerweile geworden sei – gerade in Bezug auf Schwule, Lesben und Transmenschen. Auch Schwulen, Lesben und Transmenschen ist die Normalität ein großes Anliegen, zu der es zu gehören scheint, dass alles, so wie es ist, in bester Ordnung sei.
Die Feindseligkeit aber ist immer noch vorhanden. Am deutlichsten spürbar im Coming-out, das auch heute für die meisten ein Problem darstellt. So weit kann es also nicht her sein mit der Normalität der Anderen. Und doch wird in zahlreichen Aufklärungsversuchen ein Schwerpunkt auf den Abbau von Vorurteilen gelegt. Das kommt häufig einer Unterwerfungsgeste gleich – und allzu oft wird der Hass vergessen, der ja das eigentliche Problem ist.
Anderssein wird abgewertet, was sich nicht zuletzt auf die Anderen und ihren Umgang mit sich selbst auswirkt. Patsy l’Amour laLove präsentiert in ihrem Vortrag ihren Sammelband „Selbsthass & Emanzipation“ (Querverlag) und geht der Frage nach, was Emanzipation im heterosexuellen Wahnsinn bedeuten kann.

Patsy l’Amour laLove, Polit-Tunte, Dissertation zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre, Organisatorin von Veranstaltungen wie „Polymorphia – die TrümmerTuntenNacht“, engagiert im Schwulen Museum*. . www.patsy-love.de