20. Schwule Filmtage Bielefeld 2015 – 21. bis 27. Mai

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Homosexualität und Asyl – Vortrag von Barbara Wessel

Mittwoch, 13. Mai 2015, 20 h, Fachhochschule Bielefeld, Kurt-Schumacher-Str. 6, Gebäude D, Raum 207 D

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Das Lesben- und das Schwulenreferat im AStA der Fachhochschule Bielefeld, sowie das Autonome Schwulenreferat der Universität Bielefeld laden zudem folgenden Vortrag ein:

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind inzwischen als Anknüpfungsmerkmale für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft im Asylrecht anerkannt.
Aufgrund richtungsweisender Entscheidungen des europäischen Gerichtshofs (EuGH) im November 2013 zur Verfolgung homosexueller Männer hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das in Deutschland mit der Entscheidung über die Asylanträge von Geflüchteten beauftragt ist seine diesbezüglichen Dienstanweisungen geändert.
In der Veranstaltung soll es nach einer kurzen rechtlichen Einordnung der Urteile des EuGH um deren Einfluss auf die Entscheidungs-Praxis des Bundesamtes gehen. Der Schwerpunkt soll aber auf den praktischen Erfahrungen und Schwierigkeiten liegen wenn es darum geht, dass Flüchtlinge ihre sexuelle Orientierung oder ihre geschlechtsidentität als Verfolgungsgrund geltend machen.

 
 

mittwochsFilm im April | Shortbus

Shortbus, USA 2005, 105 Min., Regie: John Cameron Mitchell, mit Soo-Yin Lee – (Sofia), Paul Dawson – (James), Lindsay Beamish – (Severin), PJ DeBoy – (Jamie), Raphael Barker – (Rob), Jay Brannan – (Ceth), Peter Stickles – (Caleb)

Mittwoch, 01.04.2015, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Eine Sexualtherapeutin mit Orgasmusproblemen, ein schwules Pärchen, das sich auf eine Dreiecksbeziehung einlässt, um seine erlahmende Beziehung zu retten, eine Domina, die eigentlich nur einen Mann, ein Haus und eine Katze will, aber noch nie eine Beziehung hatte – all sie treffen sich im “Shortbus” um Fantasien auszuleben oder um ein bisschen Nähe zu erfahren.

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Die Beziehung des homosexuellen Pärchens James und Jamie steckt in einer Krise: James leidet an Depressionen und zieht sich zurück. Bei der Paartherapeutin Sofia erhoffen sich die beiden Männer Hilfe. Doch Sofia hat selbst Probleme: Sie ist glücklich verheiratet, hatte aber noch nie einen Orgasmus. Auf der Suche nach dem “Großen O” begibt sie sich ins “Shortbus”, einem Club in Manhattan, in dem verschiedenste Menschen zusammenkommen, um ihre sexuellen Neigungen auszuleben.
James und Jamie finden dort das junge Model Ceth, der als dritter im Bunde wieder Schwung in die Beziehung bringen soll. Sofia trifft dort auf Severin, die eigentlich Jennifer heißt, eine Domina, die Sofia zu ihrem Orgasmus verhelfen will, jedoch selbst genügend Probleme hat: Sie hatte noch niemals eine richtige Beziehung, dabei sehnt sie sich nach einem Haus, einem Mann und einer Katze. Auch Sofias Ehemann Rob sucht nach dem Glück im Shortbus, ebenso wie ein geheimnisvoller Voyeur, der James nachstellt und ihm schließlich das Leben rettet.
Ein Stromausfall in ganz New York bringt die Figuren am Ende näher zusammen und lässt Gefühle frei werden. Auch Sofia kann endlich loslassen und ihren ersten Orgasmus genießen.

“Shortbus” erzählt in Episoden, die durch Schwenks über eine bunte New-York-Papplandschaft verbunden werden, von den Problemen verschiedenster New Yorker, die im “Shortbus” aufeinandertreffen.
Der Film erregte in den USA großes Aufsehen wegen seiner sehr expliziten Sexszenen, die der Regisseur John Cameron Mitchell nach eigener Aussage wie das Musical die Musik dazu benutzt, Gefühle auszudrücken. Die Laiendarsteller aus New York, mit denen der Film hauptsächlich gedreht wurde und die sich selbst spielen, sind keine Durchschnittsmenschen, sondern durch ihre individuellen Probleme geprägte Außenseiter, die im “Shortbus” zusammentreffen. Die Figuren werden sehr sensibel dargestellt, wodurch der “visuell drastische, mit expliziten Sexszenen operierende Film auf glaubhafte Weise sexuelle Blockaden als Symptom für generelle psychische Verwirrungen [zeigt] und damit Einblicke in eine noch immer offene, aber auch verwundete Stadt [liefert]. […] Dass New York, jene liberale Insel, gezeichnet ist, bedarf indes kaum noch eines Hinweises. Daher beschränkt sich Mitchell auf kleine Andeutungen. Ein Kondom steht für Aids, ein kleiner böser Satz für ‘9/11′: ‘Wenn Du Dich vor Ground Zero fotografieren lässt, lächelst Du dann?'” (Oliver Rahayel, “film-dienst”, 2006).

Quelle: ARTE

 

 

mittwochsFilm im März | Sag nicht, wer du bist! (Tom at the Farm)

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Sag nicht, wer du bist! (Tom at the Farm), Kanada 2013, 105 Min., Regie: Xavier Dolan, mit Lise Roy, Pierre-Yves Cardinal und Xavier Dolan

Mittwoch, 04.03.2015, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Der junge Tom aus Montreal (XAVIER DOLAN) fährt aufs Land, um am Begräbnis seines verunglückten Lovers teilzunehmen. Als er beim einsamen Hof der Familie eintrifft, wird er von niemandem erwartet. Die Mutter Agathe weiß noch nicht einmal, dass ihr Sohn schwul war. Und der ältere Bruder Francis macht ihm blitzschnell klar, dass das so bleiben muss. Überrumpelt gibt Tom nach – und lässt sich auf ein seltsames Spiel mit dem unberechenbaren Heißsporn ein, das ihn von Tag zu Tag mehr in seinen Bann zieht …

Venedig 2013 – Preis der Filmkritik

mittwochsFilm im Februar | entfällt

Der mittwochsFilm im Februar am 04.02. muss leider entfallen. Wir setzen das Programm am 04. März fort.

Lookismus in der Lesben- und Schwulenszene

Mi, 14. Januar 2014, 20 h
FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, Kurt-Schumacher-Str. 6, Bielefeld
StadtBahn-Linie 4, Bültmannshof

Durch kaum etwas können Menschen andere so einfach „sortieren“, wie durch die Benennung oberflächlicher Merkmale. In Fachkreisen wird dieser Vorgang auch „Lookismus“ genannt. Dieser wirkt in alle Bereiche unseres Lebens.

Beispielhaft an der Schwulen- und Lesbenszene kann Lookismus gut identifiziert und benannt werden. Der Vortrag basiert auf eigenen Beobachtungen und empirischen Erhebungen. Diese wurden stichprobenartig innerhalb der entsprechenden Szenen deutschlandweit angestellt und sollen in die Methodik des Lookismus beschreiben, kritisieren und Lösungsansätze aufzeigen.

Ausgehend vom wissenschaftlichen Diskurs zeichnet sich der Vortrag vor allem durch den offenen und direkten Umgang mit den stereotypisieren Merkmalen und Bezeichnungen aus.

Philipp Wilhelm
Prof. Dr. rer. tunt. m.c. theatr. Evita Brown

mittwochsFilm im Januar | Eastern Boys

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Frankreich 2013, 129 Min., Regie: Robin Campillo, mit Olivier Rbourdin, Kirill Emelyanov u.a.
französischer Originalton, deutsche Untertitel (abweichend vom Trailer)

Mittwoch, 07.01.2015, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Am Pariser Gare du Nord lernt der Mitte 40-jährige Daniel den jungen Marek kennen, der seinen Körper für 50 Euro anbietet. Sie verabreden sich bei Daniel, wo aber wenig später eine ganze Bande osteuropäischer
Jungs auftaucht und eine Party feiert, zu der der Gastgeber nicht eingeladen hatte. Fest im Glauben, einem üblen Trick aufgesessen zu sein, ist Daniel überrascht, als am nächsten Tag Marek bei ihm vor der Tür
steht und sein Versprechen einhalten möchte. Aus einer ‚Geschäftsbeziehung’ wird nach und nach ein regelmäßiges, aber immer unklareres Verhältnis. Kann zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen tatsächlich Liebe erstehen?

EASTERN BOYS lotet die Beziehung zwischen einem Stricher und einem Freier aus, ohne die sozialen Hintergründe der illegal in Frankreich arbeitenden osteuropäischen Jungs zu beschönigen. Immer, wenn der Verlauf der Geschichte von Marek und Daniel voraussehbar scheint, entwickelt sie sich in eine unvorhergesehen Richtung. Robin Campillos dramatische Liebesgeschichte wurde 2013 beim Internationalen Filmfestival von Venedig uraufgeführt und erhielt dort den Hauptpreis der prestigeträchtigen Nebensektion „Orrizonti“.

PREISE/FESTIVALS

  • Internationales Filmfestival Venedig 2013: Preis für den Besten Film der Sektion „Orrizonti“
  • Festival 2 Valenciennes 2014: Jurypreis und Besondere Erwähnung der Kritik
  • Internationales Filmfestival Santa Barbara 2014: Bester Internationaler Film
  • Internationales Filmfestival Thessaloniki 2013: Offizieller Wettbewerb
  • Internationales Filmfestival Toronto 2013: Sektion „Contemporary World Cinema“

 

Von echter Kritik keine Spur?! CSD – und Lesben- und Schwulenbewegung heute

Am Mittwoch (10. Dezember 2014) findet ein Diskussionsabend mit dem Publizisten Elmar Kraushaar statt.

Die Veranstaltung beginnt um 20 h (s.t.) in der Fachhochschule Bielefeld (Kurt-Schumacher- Str. 6, 33615 Bielefeld, Gebäude D) im Raum 207 D. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!

In seinem in der taz vom 29. Juli erschienenen Essay “Kein Protest. Eine Frage des Anstands” formuliert Elmar Kraushaar eine scharfe Kritik am Mainstream der aktuellen Lesben- und Schwulenbewegung.

Hip, werbewirksam und vor allem marktkonform trete sie heute auf. Schauplatz ihrer politischen Auseinandersetzungen sei dieser Tage mehr facebook als die Straße. Und wenn es auf die Straße gehe, dann eher karnevalistisch, in Form einer entpolitisierten Party, wie Kraushaar die heutigen CSD?s — namentlich auch den Bielefelder — bewertet.

Ein ernsthaftes Bestreben, Grundsätzliches in Frage zu stellen, die Geschlechterordnung und Sexualmoral zu verändern, Herrschaft und Unterdrückung zu bekämpfen und sich dabei auf wissenschaftlich-kritische Theorien zu berufen sowie hierfür harte politische Kämpfe zu führen, vermisst der Autor.

Die Schwulenreferate der Universität und der Fachhochschule Bielefeld, sowie das Lesbenreferat der Fachhochschule Bielefeld haben Elmar Kraushaar eingeladen, um mit ihm über seine für viele vielleicht provokanten, für andere erfreut zur Kenntnis genommenen Thesen zu diskutieren. Der Autor erhält dabei Möglichkeit, seine Gedanken auszuführen, um anschließend mit den Anwesenden darüber in Dialog zu treten. Dabei ist von heftiger Kritik bis zu dankbarer Zustimmung alles erwünscht.

Kraushaar

mittwochsFilm im Dezember | Parting Glances

Parting Glances


USA 1986, 90 Min., Regie: Bill Sherwood, mit Richard Ganoung: Michael, John Bolger: Robert, Steve Buscemi: Nick, Yolande Bavan: Betty
englischer Originalton!

Mittwoch, 03.12.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Abschiedsblicke ist ein Film von Regisseur und Drehbuchautor Bill Sherwood, gedreht im Jahr 1984 (veröffentlicht im Jahr 1986) in den USA. Er wird allgemein angesehen als einer der wichtigsten und interessantesten unabhängigen Autorenfilme zum Thema Schwulsein und AIDS, deren Existenz er als erster Film überhaupt in den USA thematisierte.

Die Dreiecksgeschichte von Robert, Michael und Nick spielt in New York City und umfasst die Zeitspanne von 2 Tagen. Als Hauptperson steht Michael im Zentrum des Geschehens – Nick (ein Musiker) ist sein ehemaliger, Robert sein derzeitiger Freund. Da Nick an AIDS erkrankt ist, Michael Nick immer noch liebt (sogar mehr als seinen derzeitigen Freund, wie er später zugibt) und Robert das klar ist, plant dieser eine sechsmonatige Dienstreise nach Afrika, um Michael Zeit zu geben, sich um Nick zu kümmern und um so die Beziehung auch über den Tod Nicks zu retten.

Als Drama eingestuft, enthält der Film auch viele komische Momente. Kritiker lobten die witzigen, realistischen Dialoge des Films und die detaillierte Beschreibung der schwulen Szene der 80er Jahre in Manhattan. Abschiedsblicke war auch einer der Filme, die sich offen und realistisch mit dem Thema AIDS und den Auswirkungen der damals noch relativ neuen Krankheit auf die schwule Communmity befassten.

Bill Sherwood starb am 10. Februar 1990 im Alter von nur 37 Jahren an den Folgen von Aids.

Der Film enthält die Bronski-Beat-Songs “Lovbe and Money”, “Smalltown Boy” und “Why”.

mittwochsFilm im November | Xenia

Xenia


Griechenland, Frankreich, Belgien 2014, 124 Min., Regie: Panos H. Koutras, mit Kostas Nikouli, Nikos Gelia, Yannis Stankoglou, Marissa Triandafyllidou, Aggelos Papadimitriou, original mit deutschen Untertiteln (abweichend vom Trailer)

Mittwoch, 05.11.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €


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Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt der 16jährige Dany Kreta um zu seinem ältern Bruder Odysseas zu ziehen, der in Athen lebt. Als Söhne einer albanischen Mutter und eines kretischen Vaters, den sie nie kennengerlernt haben, sind die Beiden Fremde im eigen Land. Sie beschließen nach Tessaloniki zu gehen, ihren Vater zu suchen und ihn zu zwingen, sie anzuerkennen. In Tessaloniki findet zu selben Zeit die Auswahl für die Kultshow “Greek Star” statt und Dany träumt davon, sein Bruder, ein talentierter Sänger, könnte der neue Star der Show werden – in einem Land, das sie ablehnt.

Trailer for Xenia on TrailerAddict.

Internationales Filmfest Hamburg – Offizieller Beitrag
Offizielle Auswahl – 67. CANNES Filmfestival „Un Certain Regard”
39. TORONTO Int. Filmfestival – Offizieller Beitrag
18. Queer Lisboa 18 – Int. Queer Filmfestival Lissabon – WETTBEWERB
29. Unabhängiges FilmFest Osnabrück – Gewinner Publikumspreis