mittwochsFilm im Oktober – Closet Monster

Closet Monster, Kanada 2015, 90 Min., Regie: Stephen Dunn

mit Connor Jessup, Aaron Abrams, Joanna Kelly, Aliocha Schneider, Sofia Banzhaf, Mary Walsh, Isabella Rossellini

Mittwoch, 05.10.2016, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Closet Monster

Oscar ist jung, kreativ, verliebt in seine von Fantasy Filmen geprägte Kunst und hat ein riesiges Problem: er lebt im tiefsten Provinzloch Neufundlands allein mit seinem kauzigen Vater. Ab und an schminkt er seine beste Freundin Gemma und versucht, ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit zu bewältigen, das ihn stets daran erinnert, dass es in dieser Stadt gefährlich sein kann, offen schwul zu leben. Nebenbei jobbt der sensible Teenager in einem Baumarkt, wo er den rebellischen Wilder kennenlernt, der lieber Joints raucht, als Schrauben zu sortieren.

Der weltweit mit Preisen überhäufte Film “Closet Monster“ erzählt liebevoll und spannend von Oscars Coming Out, das von einem atemberaubend coolen Soundtrack begleitet wird und dabei stets die Grenze zwischen Fantasie und Realität verschwimmen lässt.

Ein Gastauftritt von Isabella Rosselini überrascht hier genau so sehr wie die schaurig schönen Bilder, die uns bis zum Schluss auf ein Happy End für Oscar hoffen lassen. Außergewöhnlich und ideenreich – ein unvergessliches und visuell sattes Sehvergnügen.

Auszeichnungen (Auswahl):

  • “Bester kanadischer Film“ – 40. Toronto Int. Filmfestival – Kanada
  • “Beste Regie“ & “Bestes Drehbuch“ – Atlantic Filmfestival – Kanada
  • “Bester Film“ – International Cinephile Society Awards
  • “Bester Film“ – Melbourne Queer Filmfestival
  • “Bester Film“ – Miami Queer Filmfestival
  • “Beste Regie“, “Bester Nebendarsteller – Aaron Abrams“, “Herausragendes Nachwuchstalent – “Connor Jessup“

Pornöser Tuntendreier

Do., 14.07.19:15 Uhr, in H14
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Vortrag: Remember Me!

remeberPerspektive: Seit Mitte der 1990er gab es fast zwei Jahrzehnte Stille um AIDS. Inzwischen findet jedoch ein „Wiederentdecken“ aus verschiedenen Richtungen statt.

Wie beeinflussen die neuen Perspektiven Menschen, die in der Generation so viel Leid und Elend gesehen haben ?

Im Zuge der Aufarbeitung dieses Traumas einer sozialen Gruppe, findet nicht nur ein In-Sich-Kehren der schwulen, weißen Mittelklasse statt.

Mittwoch, 22. Juni, 19 h
SchwuR, C1-180 (AStA-Galerie)

Vortrag: Von schnauzbärtigen Damen und haarlosen Jünglingen

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Fragen nach der sozialen Ordnung von Geschlechtern und Sex haben von Beginn an Muslime beschäftigt. Der Vortrag wird einen Blick auf die Auseinandersetzung klassischer islamischer Gelehrsamkeit mit der Frage von rechtmäßigem und unrechtmäßigem Sex werfen und die Vielfalt von Geschlechterrollen und Sexualitätskonzepten in muslimischen Gesellschaften an historischen Beispielen aufzeigen. In einem zweiten Teil soll die Situation in muslimischen Gesellschaften heute beleuchtet werden: Von Hinrichtungen durch den Islamischen Staat auf Basis des Vorwurfs von Homosexualität, über Geschlechtsangleichungsoperationen im Iran bis hin zu traditionellen Gemeinschaften Angehöriger eines „dritten Geschlechts” unter den Muslimen Südasiens.

Danijel Benjamin Cubelic studierte Religionswissenschaft, Islamwissenschaft, Ethnologie und Arabisch in Heidelberg, Bochum, Damaskus, Aleppo und Kairo. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Religionswissenschaft und lehrt zur religiösen Gegenwartskultur arabischer Gesellschaften.

Mi 15.06., 19.00 h, Universität Bielefeld, UHG, Hörsaal 8

mittwochsFilm im Juni – The way he looks

The way he looks (Heute gehe ich allein nach Hause)

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Brasilien 2014 · 95 Min., Regie: Daniel Ribeiro

Mittwoch, 01.06.2016, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

The Way He Looks ist ein Film über das sexuelle Erwachen einen blinden Teenagers. Das Erwachsenwerden ist eine Zeit der Entdeckungen, und Sexualität wird normalerweise mit dem Sehen-Können in Verbindung gebracht. Wie aber kann ein blinder Mensch feststellen, dass er oder sie jemand anderen attraktiv findet? Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie jemand seine sexuelle Orientierung feststellt, ohne jemals einen Mann oder eine Frau gesehen zu haben. Im Film lernen wir zwei Dinge über unsere Hauptfigur Leonardo: dass er blind ist – und dass er schwul ist. Beides wird in unseren Gesellschaften tabuisiert und mit Stereotypen belegt. Filme, die Homosexualität nicht als Problem begreifen, erzählen von ihr meist als einem Gegenstand der Handlung, dessen Konfliktpotential aufgelöst werden will – so dass die Gesellschaft, die Familie und Freunde Schwulsein als etwas „Normales“ akzeptieren lernen. In The Way He Looks ist die Homosexualität von Leonardo nicht das zentrale Thema. Es geht zwar darum, dass er seine Sexualität entdeckt, aber seine „Orientierung“ spielt dabei erst mal keine Rolle. Erste Liebe, erste sexuelle Fantasien und all die neuen Erfahrungen sind allgemeine Bestandteile des Erwachsenwerdens. Ich wollte eine universelle Geschichte erzählen, mit der jeder – ob schwul oder nicht, ob blind oder nicht – etwas anfangen kann.

Daniel Ribeiro

Mit The Way He Looks hat Filmemacher Daniel Ribeiro seinen preisgekrönten Kurzfilm allein zurückgehen“) auf Spielfilmlänge ausgearbeitet. Die Uraufführung erfolgte im Berlinale Panorama 2014, wo The Way He Looks sowohl den Teddy für den besten Spielfilm erhielt wie den FIPRESCI-Preis für Filme des Panoramas. Es folgten diverse Zuschauerpreise (Athen, Guadalajara, L.A. Outfest, New York LGFF, Frameline, Seattle LGFF, Torino LGFF) und Jurypreise (Rochester ImageOut, Honululu Rainbow FF, Caroussel International du Film). The Way He Looks war die brasilianische Einreichung für den Auslands-Oscar 2015.

Vortrag: Remember me

Der im Semesterprogramm für den 25.05., 19 h angekündigte Vortrag muss leider entfallen.

Er wird aber noch im Sommersemester nachgeholt werden.

mittwochsFilm im Mai – Heimliche Freundschaften

Heimliche Freundschaften

Heimliche Freundschaften
Frankreich 1964, 98 Min., Regie: Jean Delannoy

Mittwoch, 04.05.2016, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Der sensible und ausgesprochen konservativ erzogene Georges wird von seinen Eltern auf ein streng katholisches Internat geschickt. Als der 15-Jährige auf Alexandre trifft, erscheint ihm diese Begegnung gleich einer göttlichen Vorhersehung. Doch allzu viele Hindernisse drohen ihre junge Liebe zu zerstören…

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Roger Peyrefitte aus dem Jahre 1944.

Workshop: Drag Make Up

Workshop: Drag Make Up

SchwuR, Fr. 22.04. 18.00 h

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„we´re born naked and the rest is drag“ RuPaul

Und damit dieser Rest nicht allzu schrammelig aussieht, haben wir mit Raji Hasen einen professionellen make up artist am Start, der zeigt, wie´s gemacht wird.
Unter Anleitung lernst du, wie du mit Pinsel, Kleber und Puderquaste aus deinem basic face das Antlitz der Kindlichen Kaiserin werden lässt – nur mit riesigen Augen und krassen Lippen.

Im Anschluss stöckeln Alle, die ihren Look in der Semi-Öffentlichkeit ausprobieren wollen, auf die großartige „queer up your life“-Party im Bunker Ulmenwall.

Schaumwein wird angeraten.
Anmeldung unter:
schwur@schwur.net
Selbstkosten: 5€
Teilnehmer* begrenzt

The Pleasures of BDSM | Praxisvortrag

BDSM Freitag

mittwochsFilm im April – Herr von Bohlen

Mittwoch, 06.04.2016, 20 h

Herr von Bohlen, Deutschland 2015, 90 Min., Regie: André Schäfer, mit Arnd Klawitter als Arndt von Bohlen

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.

Eintritt: 5,00 €

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Er war der funkelnde Saphir in einer grauen Dynastie – Arndt von Bohlen und Halbach, der letzte Krupp. Liebstes Hassobjekt der deutschen Nachkriegspresse. Vom Vater und dessen Handlangern zum Verzicht auf das Familienerbe gedrängt, führte er ein Märchenleben zwischen Sylt, Marrakesch, dem Salzburger Land und Palm Beach, teuren Familiensitzen, um deren Unterhalt er sich kümmern musste. Ein Bittsteller, verlacht als „reichster Frührentner Deutschlands“. Ein schwuler Paradiesvogel, der das Licht der Öffentlichkeit brauchte. Weich wie Watte statt hart wie Kruppstahl? Der letzte Krupp tanzte aus der Reihe – aber wenigstens tanzte mal einer.

André Schäfer (DEUTSCHBODEN) erzählt die Geschichte des letzten Sprosses einer belasteten Familie, der diesem Land einfach zu viel war. HERR VON BOHLEN lässt wichtige Zeitgenossen und Freunde zu Wort kommen und verwischt die Grenze zum Fiktionalen, wenn ein Reporter Arndt von Bohlen (Arnd Klawitter) in einer inszenierten Reise Ende der 1970er Jahre an die bedeutenden Orte seines Lebens begleitet.

Kritik:

„Ich mag Lidstrich an mir.“ Der Mann, der das sagt, hüllt sich gern in Pelz und edle Geschmeide, raucht in einer Tour und hat immer einen Martini in Reichweite. Er ist der letzte Spross einer deutschen Unternehmerdynastie, deren Name so hart klingt wie die hauseigene Stahl- und Rüstungsproduktion: Krupp. Doch Arndt von Bohlen und Halbach ist ein Krupp, der aus der Reihe tanzt. Der Nachkomme des Stahlkonzerns sei eher „weich wie Watte“, lästert die Boulevardpresse der Nachkriegszeit. Die Klatschblätter schimpfen ihn Taugenichts und den reichsten Frührentner Deutschlands. Vater Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Fördermitglied der SS und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess unter anderem wegen des Einsatzes von Zwangsarbeitern verurteilt, hat sich unter einem standesgemäßen Erben sicher etwas anderes vorgestellt. Und auch der homosexuelle Arndt wurde nicht glücklich mit seiner Familiengeschichte. Dass er die einst von Hitler so protegierte Firma Krupp einmal übernehmen würde: undenkbar.

André Schäfer widmet sich in seiner Filmbiografie einer Persönlichkeit, die aus dem Nachkriegsmief herausfällt. Dieser Herr von Bohlen feiert lieber Partys in Marrakesch und Saint-Tropez, umgibt sich mit jungen Männern, Rockstars und Modeschöpfern, als dass er sein gründlich belastetes Erbe antritt. Das heißt aber auch: Arndt von Bohlen und Halbach verzichtet auf eine Erbschaft von ungefähr drei Milliarden D-Mark. Stattdessen lässt er sich auf einen krummen Handel ein, der ihn zeit seines Lebens zum Bittsteller macht. Wenn auch zu einem reichlich privilegierten.

„Herr von Bohlen“ präsentiert diese immer leicht melancholisch getönte Biografie als Mix aus Spielszenen, historischem Dokumentarmaterial und Interviews mit Menschen, die den schillernden Krupp-Nachkömmling schätzen. Enge Freunde mag man sie trotzdem nicht nennen. Der verspielte, offene Stil tut dem Film gut. Und Arnd Klawitter bei seiner Verwandlung in Herrn von Bohlen zuzusehen ist eine Pracht. Eine wehmutsvoll glitzernde.

kittyhawk in „Siegessäule“, Berlin