Von echter Kritik keine Spur?! CSD – und Lesben- und Schwulenbewegung heute

Am Mittwoch (10. Dezember 2014) findet ein Diskussionsabend mit dem Publizisten Elmar Kraushaar statt.

Die Veranstaltung beginnt um 20 h (s.t.) in der Fachhochschule Bielefeld (Kurt-Schumacher- Str. 6, 33615 Bielefeld, Gebäude D) im Raum 207 D. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!

In seinem in der taz vom 29. Juli erschienenen Essay “Kein Protest. Eine Frage des Anstands” formuliert Elmar Kraushaar eine scharfe Kritik am Mainstream der aktuellen Lesben- und Schwulenbewegung.

Hip, werbewirksam und vor allem marktkonform trete sie heute auf. Schauplatz ihrer politischen Auseinandersetzungen sei dieser Tage mehr facebook als die Straße. Und wenn es auf die Straße gehe, dann eher karnevalistisch, in Form einer entpolitisierten Party, wie Kraushaar die heutigen CSD?s — namentlich auch den Bielefelder — bewertet.

Ein ernsthaftes Bestreben, Grundsätzliches in Frage zu stellen, die Geschlechterordnung und Sexualmoral zu verändern, Herrschaft und Unterdrückung zu bekämpfen und sich dabei auf wissenschaftlich-kritische Theorien zu berufen sowie hierfür harte politische Kämpfe zu führen, vermisst der Autor.

Die Schwulenreferate der Universität und der Fachhochschule Bielefeld, sowie das Lesbenreferat der Fachhochschule Bielefeld haben Elmar Kraushaar eingeladen, um mit ihm über seine für viele vielleicht provokanten, für andere erfreut zur Kenntnis genommenen Thesen zu diskutieren. Der Autor erhält dabei Möglichkeit, seine Gedanken auszuführen, um anschließend mit den Anwesenden darüber in Dialog zu treten. Dabei ist von heftiger Kritik bis zu dankbarer Zustimmung alles erwünscht.

Kraushaar

mittwochsFilm im Dezember | Parting Glances

Parting Glances


USA 1986, 90 Min., Regie: Bill Sherwood, mit Richard Ganoung: Michael, John Bolger: Robert, Steve Buscemi: Nick, Yolande Bavan: Betty
englischer Originalton!

Mittwoch, 03.12.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

Abschiedsblicke ist ein Film von Regisseur und Drehbuchautor Bill Sherwood, gedreht im Jahr 1984 (veröffentlicht im Jahr 1986) in den USA. Er wird allgemein angesehen als einer der wichtigsten und interessantesten unabhängigen Autorenfilme zum Thema Schwulsein und AIDS, deren Existenz er als erster Film überhaupt in den USA thematisierte.

Die Dreiecksgeschichte von Robert, Michael und Nick spielt in New York City und umfasst die Zeitspanne von 2 Tagen. Als Hauptperson steht Michael im Zentrum des Geschehens – Nick (ein Musiker) ist sein ehemaliger, Robert sein derzeitiger Freund. Da Nick an AIDS erkrankt ist, Michael Nick immer noch liebt (sogar mehr als seinen derzeitigen Freund, wie er später zugibt) und Robert das klar ist, plant dieser eine sechsmonatige Dienstreise nach Afrika, um Michael Zeit zu geben, sich um Nick zu kümmern und um so die Beziehung auch über den Tod Nicks zu retten.

Als Drama eingestuft, enthält der Film auch viele komische Momente. Kritiker lobten die witzigen, realistischen Dialoge des Films und die detaillierte Beschreibung der schwulen Szene der 80er Jahre in Manhattan. Abschiedsblicke war auch einer der Filme, die sich offen und realistisch mit dem Thema AIDS und den Auswirkungen der damals noch relativ neuen Krankheit auf die schwule Communmity befassten.

Bill Sherwood starb am 10. Februar 1990 im Alter von nur 37 Jahren an den Folgen von Aids.

Der Film enthält die Bronski-Beat-Songs “Lovbe and Money”, “Smalltown Boy” und “Why”.

mittwochsFilm im November | Xenia

Xenia


Griechenland, Frankreich, Belgien 2014, 124 Min., Regie: Panos H. Koutras, mit Kostas Nikouli, Nikos Gelia, Yannis Stankoglou, Marissa Triandafyllidou, Aggelos Papadimitriou, original mit deutschen Untertiteln (abweichend vom Trailer)

Mittwoch, 05.11.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €


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Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt der 16jährige Dany Kreta um zu seinem ältern Bruder Odysseas zu ziehen, der in Athen lebt. Als Söhne einer albanischen Mutter und eines kretischen Vaters, den sie nie kennengerlernt haben, sind die Beiden Fremde im eigen Land. Sie beschließen nach Tessaloniki zu gehen, ihren Vater zu suchen und ihn zu zwingen, sie anzuerkennen. In Tessaloniki findet zu selben Zeit die Auswahl für die Kultshow “Greek Star” statt und Dany träumt davon, sein Bruder, ein talentierter Sänger, könnte der neue Star der Show werden – in einem Land, das sie ablehnt.

Trailer for Xenia on TrailerAddict.

Internationales Filmfest Hamburg – Offizieller Beitrag
Offizielle Auswahl – 67. CANNES Filmfestival „Un Certain Regard”
39. TORONTO Int. Filmfestival – Offizieller Beitrag
18. Queer Lisboa 18 – Int. Queer Filmfestival Lissabon – WETTBEWERB
29. Unabhängiges FilmFest Osnabrück – Gewinner Publikumspreis

From Russia with q u e e r Love

Dienstag, 28. Oktober, 19 – 21 h

VHS Bielefeld, Murnausaal

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Am Dienstag, dem 28. Oktober 2014 veranstalten das Lesben- und Schwulenreferat der Fachhochschule und das Schwulenreferat der Universität, sowie die AIDS-Hilfe Bielefeld gemeinsam einen Diskussionsabend in Kooperation mit der Volkshochschule der Stadt, die den Titel „From Russia with queer Love“ trägt.

Im letzten Jahr hat das russische Parlament gleich mehrere Gesetze beschlossen, die die Men-schenrechte von Homo- und Bisexuellen massiv einschränken. Seitdem erreichen die Öffentlichkeit immer wieder Bilder von russischen Bürger_innen, denen Symbole wie die Regenbogenflagge von Polizist_innen auf offener Straße entrissen oder die verhaftet werden, weil sie sich in der Öffentlichkeit etwa geküsst haben. Oft macht das Gesehene sprachlos und lässt ein Gefühl der Hilflosigkeit zurück.

Die Veranstaltung „From Russia with queer Love” will die gegenwärtigen Lebensumstände von Schwulen und Lesben in Russland thematisieren. Dabei soll nicht über die unter den anti-homosexuellen Gesetzen lebenden Personen gesprochen werden, sondern mit ihnen. Um dies zu ermöglichen, hat das oben genannte Bündnis zwei LGBT- Aktivisten aus Russland einge-laden: Den Gay-Pride-Moskau Mitbegründer Nikolai Baev, sowie Evgeny Pisemsky, der bei Phönix Plus, einem Beratungsprojekt für LGBT´s und Menschen mit HIV und AIDS, aktiv ist, eingeladen.

Konkrete Fragestellungen, zu denen die beiden Auskunft geben, sollen u.a. sein: Welche kon-kreten Auswirkungen die sog. „Homo-Propagandagesetze“ im Alltag von LGBT´s haben, wie die Bevölkerung zu diesen steht, welche unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen in der russischen LGBT-Community dazu vertreten sind, ob es die Möglichkeit der Unterstüt-zung aus dem Ausland gibt und welche Hilfe vielleicht von dieser Seite auch eher kontrapro-duktiv ist. Außerdem sollen Fragen nach HIV und AIDS, was Prävention, Verbreitung, Dis-kriminierung und Strafbarkeit betrifft, angesprochen werden. Der Abend bietet sowohl die Möglichkeit zum Zuhören, als auch in Dialog zu treten.

Beginn ist um 19:00 Uhr in der Volkshochschule Bielefeld (Murnausaal Saal). Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

Mit Unterstützung von:

  • Schwules Netzwerk NRW
  • Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Kampagne Anders & Gleich

mittwochsFilm im Oktober | Ich bin das Glück dieser Erde

Mexiko 2013, Regie: Julián Hernández, mit Hugo Catalán, Alan Ramírez, Andrea Portal, Gabino Rodríguez, Emilio von Sternerfels, Iván Álvarez, Gloria Contreras

Mittwoch, 01.10.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

 

Sex, Verlangen, Verrat und Bindungsängste treiben Emiliano rastlos durchs Leben. Doch ein Augenblick verändert seine Unruhe: die Begegnung mit dem Tänzer Octavio.

Die beiden Männer verbindet sofort eine magnetische Anziehung sowie die Lust, die sie in der Anwesenheit des anderen fühlen. Doch als Emiliano zu spüren beginnt, dass diese Beziehung anders verlaufen könnte, als all die endlosen Affären zuvor, tritt er wie gewohnt den Rückzug an. So beginnt ein erotischer Reigen mit einer Vielfalt von Geschlechtern, Positionen und momentanen Glücksgefühlen. Sagenhafte Tanzsequenzen bilden den roten Faden. Und wie im Tanz verändert sich die Perspektive des Zuschauers fließend. Als der Stricher Jazen in das Leben Emilianos tritt, plagt diesen die Frage, was er wirklich für Octavio fühlt…

Der neueste Film des zweifachen Teddy-Gewinners Julián Hernández (BROKEN SKY, MIL NUBES, RAGING SUN, RAGING SKY) spinnt erneut ein träumerisches Garn voll Erotik und ungewöhnlicher Bilder.

Ich bin das Glück dieser Erde – Offizieller deutscher Trailer (HD)

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CSD Bielefeld 2014 | Lange Filmnacht 16. Juli

Filme zur Geschichte der Bielefelder Schwulenbewegung

CSD 2014


Der CSD-Bielefeld 2014 steht ganz im Zeichen der Geschichte. Die Stadt Bielefeld feiert ihr 800-jähriges Bestehen und der Bielefelder CSD sein 20-jähriges Jubiläum. 1994 organisierte die schwul-lesbische Aktionsgruppe den 1. CSD in Bielefeld unter dem Motto „Lesben und Schwule gegen heterosexuelle Dominanz“.

Die Wahrnehmung und Akzeptanz von Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*, poly oder asexuell leben, sind seit den öffentlichen Auseinandersetzungen in den 1970er Jahren einem ständigen Wandel unterworfen. Zunächst stießen Lebensentwürfe, die quer (bzw.„queer“) zu heteronormativen Formen angesiedelt waren, überwiegend auf Skepsis und Ablehnung. Mittlerweile lässt sich zwar einerseits eine Entwicklung hin zu einem toleranteren Miteinander feststellen,   aktuelle Studien weisen jedoch darauf hin, dass immer noch rund 30 % der Bevölkerung Menschen, die lesbisch, schwul oder bisexuell leben, ablehnen.  So wehren sich konservative Kreise beispielsweise massiv dagegen, die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Bildungsplan für Schulen zu verankern.

Der CSD 2014 in Bielefeld setzt sich mit der Geschichte lesbischer, schwuler und queerer Emanzipation auseinander, kämpft für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und wehrt sich gegen Homo-und Transphobie.

In der langen schwulen Filmnacht zeigen das Autonome Schwulenreferat der Uni Bielefeld und die AIDS-Hilfe Bielefeld im Filmhaus 3 Dokumentarfilme über die Aktivitäten und das politische Selbstverständnis der Bielefelder Schwulenbewegung in den 1970-er und 1980-er Jahren.

  • Schauplatz Gerichtstraße – Schwulengruppe Bielefeld” (WDR 1978)
  • Der Fall (der) Beethovenhalle” (1991)
  • Detlef – 60 Jahre schwul” Dokumentarfilm über den Bielefelder Detlef Stoffel von Stefan Westerwelle und Jan Rothstein (D 2012)

Veranstalter_innen: AIDS-Hilfe Bielefeld e.V., Autonomes Schwulenreferat der Universität Bielefeld (SchwuR)

Mittwoch, 16. Juli, 20 Uhr, Filmhaus, Bielefeld

mittwochsFilm im Juli | Tunten lügen nicht

Deutschland 2001,  90 Min., Regie: Rosa von Praunheim, mit Ichgola Androgyn, Bev StroganoV, Tima der Göttlichen und Ovo Maltine

Mittwoch, 02.07.2014, 20 h
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94
StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Eintritt: 5,00 €

tunten

In dem Dokumentarfilm Tunten lügen nicht erzählen vier mutwillige Tunten (Ichgola Androgyn, Bev StroganoV, Tima die Göttliche und Ovo Maltine), die sich Mitte der 80er Jahre in Westberlin trafen, ihr Leben. Allen ist gemeinsam, dass sie nicht nur Showtunten sind, sondern sich auch politisch für Aids-Aufklärung, Aktionen gegen Gewalt gegen Schwule, Hurenbewegung, Kampf gegen Rechtsradikalismus und Rassismus einsetzen. Gemeinsam entwickelten sie ihre Shows, politischen Aktionen und Medienauftritte. Tunte zu sein bedeutet für alle mehr als Frauenkleider zu tragen und Strass zu horten. Alle vier arbeiten, streiten und lieben immer wieder gemeinsam, denn sie verstehen sich als Familie. Drei von Ihnen sind HIV positiv und engagieren sich seither im Kampf fürs Leben. Der Film über diese eigenwilligen Tunten zeigt einen wichtigen Teil der Berliner Kultur. Ihre Biographien sind so bunt wie ein Paillettenkleid, das durch den roten Faden ihres Tuntendaseins, ihrer gemeinsamen Shows und politischen Aktionen zusammengehalten wird.

Bondage Workshop | Di. 24.06.2014, 18 h

BONDAGE

19. Schwule Filmtage Bielefeld 2014

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05. bis 11. Juni 2014 im Lichtwerk Kino im Ravensberger Park

Psychoanalyse queer gelesen

Vortrag von Dr. Sebastian Winter

„Wie hat das denn angefangen mit Deinem Schwulsein?“ Diese oftmals nervtötende Frage nach Herkunft und Entstehung ihrer sexuellen „Identität“ kennen viele Menschen nur zu gut. Auf die  Gegenfrage  „Wie bist Du eigentlich heterosexuell geworden?“ ist die Irritation meist groß. Heterosexualität wird  als etwas Normales, Gegebenes, biologisch Verankertes und damit nicht zu Hinterfragendes, Homosexualität hingegen als das Abweichende, Entstandene, Künstliche, Erklärungsbedürftige gesehen.

Dr. Sebastian Winter (Universität Bielefeld) lehrt und forscht im Bereich der  Gender- und Queerstudies sowie der psychoanalytischen Sozialpsychologie. In seinem Vortrag wird er Überlegungen dazu vorstellen, wie die Entstehung von sexuellem Begehren erklärbar ist. Dabei interessiert ihn unter anderem: Gibt es einen Sexualtrieb? Ist dessen Ausrichtung biologisch festgelegt?  Wie bestimmt die (heteronormative) Gesellschaft die Wahrnehmung unserer sexuellen leiblichen Empfindungen? Liegt im Unbewussten vielleicht ein breiteres sexuelles Spektrum verborgen, als uns bewusst zugänglich ist? Welche Auswirkungen hat dessen stetige Abwehr auf unsere (Zusammen-)Leben?

In der anschließenden Diskussion kann zudem die Frage diskutiert werden, was diese Erkenntnisse für die unterschiedlichen sozial-, geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen, an die sich der Vortrag richtet (u.a. Soziale Arbeit, Pädagogik/ der Kindheit, Soziologie, Psychologie) sowie für unseren Alltag und das politische Handeln bedeutet.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch dem, 14. Mai 2914 um 20 h (s.t.!) in der Fachhochschule Bielefeld (Kurt-Schumacher- Str. 6, 33615 Bielefeld, Gebäude D) im Raum 207 D statt. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!

Eine Veranstaltung des Lesben- und Schwulenreferates im AStA der FH Bielefeld