Teilnehmer (männlich) gesucht für Studie zur Sprachwahrnehmung (bis 17.01.18)

mittwochsFilm im Januar und Februar

Wir haben uns entschlossen, die gerade angelaufenen Filme „Queercore“ und „120 BPM“ im Block zu zeigen, und zwar am 31.01. (Queercore) und am 07.02. (120 BPM).

!!Am 10.01. wird es daher keinen mittwochsFilm geben!!

QUEERCORE: HOW TO PUNK A REVOLUTION
Ein Film von Yony Leyser
US 2017, 83 Min., englische OF mit deutschen UT
Buch & Regie: Yony Leyser
Mit Bruce LaBruce, G.B. Jones, Genesis Breyer P-Orridge, John Waters, Justin Vivian Bond, Lynn Breedlove, Jody Bleyle, Silas Howard, Pansy Division, Penny Arcade, Kathleen Hanna, Kim Gordon, Deke Elash, Tom Jennings, Beth Ditto, Peaches u.v.m.

Was machst Du, wenn es die offene Gemeinschaft, die Du als queerer Punk dringend brauchst, nicht gibt? Rede Dir einfach ein, es gibt sie doch!

Klebe und drucke Fanzines, drehe und vertreibe subversive Filme, schreibe anarchistische Songs, do it yourself und vor allem: don’t give a fuck!

Nach und nach wird aus der anfänglichen Pseudo-Gemeinschaft eine revolutionäre Wellewerden, ja eine internationale Bewegung… „Queercore: How to Punk a Revolution“ erzählt die Geschichte jener lose verbundenen Gruppe von nordamerikanischen Punk-Künstler_innen, die in den 1980er und 90er Jahren ihre queeren Identitäten radikal ins Zentrum der eigenen Arbeiten rückten – und sich damit nicht nur gegen die damals von heterosexuellen Männern dominierte und latent homophobe Punk-Szene auflehnten, sondern auch gegen den allzu angepassten schwulen Mainstream.

Regisseur Yony Leyser („William S. Burroughs – A Man Within“, „Desire Will Set You Free“) lässt dazu die schillernden Schlüsselfiguren der Bewegung zur Wort kommen: die Filmemacher_innen Bruce LaBruce und G.B. Jones, die Musiker_innen Kim Gordon (Sonic Youth), Jody Bleyle (Team Dresch) und Kathleen Hana (Bikini Kill), ihren schamlosen Wegbereiter John Waters – und viele mehr. Künstler_innen wie Beth Ditto und Peaches erzählen, wie die Bewegung ihr Verständnis von queerem Leben und Denken geprägt hat, das sich von allen normativen Einschränkungen löst.

Filmclips, Konzertausschnitte und Aufnahmen der spektakulärsten Aktionen dokumentieren das vielschichtige Schaffen der Szene.

Leysers mitreißendes Szene-Porträt schließt nicht nur eine klaffende Lücke innerhalb der nicht-heterosexuellen Geschichtsschreibung, es ist auch ein wilder Appell gegen jede Form der falschen Anpassung.

120 BPM
Ein Film von Robin Campillo
FR 2017, 144 Minuten, französische OF mit deutschen UT
Mit Nahuel Pérez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel, Antoine Reinartz, Félix Maritaud, Ariel Borenstein, Aloïse Sauvage, Simon Bourgade, Médhi Touré, Simon Guélat, Coralie Russier, Catherine Vinatier, Théophile Ray, Jérôme Clément-Wilz, Jean-François Auguste, Saadia Bentaieb

Paris, Anfang der 90er. Seit fast zehn Jahren wütet Aids in Frankreich, doch noch immer wird über die Epidemie in weiten Teilen der Gesellschaft geschwiegen. Mitterrands Regierung kümmert sich nicht um sexuelle Aufklärung und die Pharma-Lobby verschleppt die Entwicklung neuer Medikamente. ACT UP, eine Aktivistengruppe von Betroffenen, will auf die Missstände aufmerksam machen. Sie schmeißt Kunstblut-gefüllte Wasserbomben auf die Wände von Forschungseinrichtungen und kapert bewaffnet mit Informationsbroschüren die Klassenräume der Stadt. Wie weit die Aktionen gehen dürfen, wird bei den wöchentlichen Treffen kontrovers diskutiert. Als der 26-jährige Nathan, der selbst HIV-negativ ist, zu ACT UP stößt, zieht ihn die Entschlossenheit der Gemeinschaft sofort in ihren Bann. Und er verliebt sich in Sean, den Mutigsten und Radikalsten der Gruppe. Zusammen kämpfen sie an vorderster Front, selbst dann noch, als bei Sean die Krankheit schon längst ausgebrochen ist …

Der aus Marokko stammende französische Regisseur Robin Campillo („Eastern Boys“, 2015) engagierte sich in den 90ern jahrelang selbst bei ACT UP (Aids Coalition to Unleash Power). Auf Basis seiner persönlichen Erfahrungen zeigt er in 120 BPM die kontroversen Debatten und spektakulären Aktionen der Gruppe — und setzt damit dem europäischen Aids-Aktivismus ein längst überfälliges filmisches Denkmal. Sein mitreißendes Zeitstück entfaltet aber erst durch die darin eingebettete intime Liebesgeschichte zwischen Nathan und Sean seine volle, revolutionäre Kraft. In einem historischen Moment, in dem für HIV-Positive und deren Angehörige und Freunde das Politische von persönlicher, ja existentieller Bedeutung ist, begegnet ein Liebespaar der gesellschaftlichen Ignoranz und der Angst vor dem eigenem Tod mit rasendem Widerstand, wildem Sex und einem unbändigen Willen zu leben.

120 BPM wurde im diesjährigen Wettbewerb von Cannes uraufgeführt, als Meisterwerk gefeiert und mit drei der wichtigen Preise ausgezeichnet: dem Grand Prix, der Queer Palm und dem FIPRESCI-Preis.


Vortrag + Diskussion – Schutz vor HIV durch PrEP

Amin Schafberger, Arzt, Medizinreferent, Deutsche Aidshilfe, Berlin


PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt.
Bei dieser Schutzmethode nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.

Armin Schafberger informiert über Wirksamkeit und Sicherheit, Neben­wirkungen, Kosten und Verfügbarkeit der PrEP. Er thematisiert die Risi­ken, sowie die Vor- und Nachteile der PrEP als neue Safer-Sex-Methode.

Veranstalter_innen: Aidshilfe Bielefeld, Autonomes Schwulenreferat Uni Bielefeld

mittwochsFilm im Dezember | Handsome Devil

Mittwoch, 06.12.2017, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße


Irland 2016, 95 Min., Regie: John Butler, mit Fionn O’Shea, Nicholas Galitzine

Conor ist neu auf dem Internat und gezwungen sich ein Zimmer mit Ned Roche zu teilen. Ned hat dort Fotos von Dita Von Teese aufgehängt, und als Conor seinem Zimmer zugewiesen wird, errichtet er erst mal eine Wand, die durch die Mitte des Raums verläuft. Doch bald schon entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft zwischen dem 16-jährigen Einzelgänger mit den auffälligen roten Haaren und dem Vorzeigeathleten Conor, der von seinen Rugby-begeisterten Mitschülern bewundert und von seinem Rugby-Coach Pascal O’Keeffe gefördert wird. Ned hingegen hatte seinen verwitweten Vater und seine kühle Stiefmutter nicht davon überzeugen können, dass ein Internat, an dem Rugby wie eine Religion zelebriert wird, das Falsche für ihn ist. Der sich dort fehl am Platz fühlende Ned wird von vielen wegen seiner Sexualität, die seine Mitschüler aus seiner nicht vorhandenen Liebe zum Rugby schließen, verspottet, allen voran von Weasel.

Was Ned und Conor verbindet, ist die Musik, und gemeinsam beginnen sie, Gitarre zu spielen. Als ihr Englischlehrer Dan Sherry, der ihr musikalisches Interesse unterstützt, sie ermutigt, an einem regionalen Talentwettbewerb an einer benachbarten Mädchenschule teilzunehmen, muss sich Conor entscheiden, ob er weiterhin sein hypermännliches Image als Sportler pflegt oder zu seiner neuen Liebe zur Musik steht. Ned andererseits hadert mit sich, ob er das frisch erarbeitete Vertrauen zu seinem neuen Freund verraten und der Schulverwaltung von einem Geheimnis berichten will, um seine eigene Haut zu retten.
(Wikipedia)

  • Dublin Film Critics Circle Awards 2017: Auszeichnung als Bester irischer Spielfilm
  • Dublin International Film Festival 2017: Auszeichnung mit dem Festival Award als Bester irischer Spielfilm
  • Image+Nation Film Festival Montreal 2016: Auszeichnung mit dem Publikumspreis

Zuckerbrot und Peitsche

Sinn und Sinnlichkeit

SAFE | SANE | CONSENSUAL

 

23. November 2017, 19 Uhr c.t.

Treffpunkt: SchwuR, C1-180 (AStA Galerie)

 

Anmeldung: workshop@schwur.net

 

 

mittwochsFilm im November | God’s Own Country

Mittwoch, 01.11.2017, 20 h

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße

 


GB 2017, 104 Min., Regie: Francis Lee, mit Josh O´Connor, Alec Secareanu

„God’s Own Country“ ist mehr als einfach nur ein weiterer Film über schwule Bauern. Francis Lees Debüt ist so schroff wie die Landschaft, in der es spielt, und reagiert unaufdringlich auf die politische Stimmung im Brexit-England

Spätestens wenn Gheorghe mit geschickten Handgriffen einem verendeten Lamm das Fell abzieht oder Johnny einer Kuh Geburtshilfe leistet, fragt man sich als Zuschauer: Ist das hier jetzt eine Doku über das harte Farmerleben in Nordengland oder wirklich ein Spielfilm? Wenn die inzwischen etwas abgedroschene Bezeichnung „authentisch“ zutrifft, dann auf diesen Film.

In Francis Lees autobiografisch gefärbtem Spielfilmdebüt scheint wirklich alles unverstellt, echt und wahrhaftig zu sein: diese umwerfende und zugleich unwirtliche, fast menschenleere Landschaft in West Yorkshire; das karge, unerbittliche Leben auf den kleinen Farmen wie jene, die Johnny (Josh O’Connor) seit dem Schlaganfall seines mürrischen Vaters ganz allein versorgen muss.

Das raue Wetter, die Einsamkeit und Armut – das alles scheint die Menschen hier geprägt zu haben. Man redet nicht viel, schon gar nicht über Gefühle. Johnny nutzt die Fahrt zum Viehmarkt in der nächstgelegenen Stadt zum schnellen schwulen Sex auf einer Männertoilette und ertränkt ansonsten seine Unzufriedenheit in Alkohol.

Dem Saisonarbeiter Gheorghe (Alec Secareanu), den sein Vater angeheuert hat, misstraut er von der ersten Minute. Für Johnny ist dieser rumänische Gastarbeiter einfach nur ein „Zigeuner“. Johnny, so könnte man vermuten, hat für den Brexit und vielleicht sogar für die UKIP gestimmt. Dieser Migrant aber lässt sich nicht alles gefallen, mehr noch: Er hilft Johnny den Hof zu retten. Und so, wie hier das Thema Fremdenfeindlichkeit unaufdringlich und eher unterschwellig verhandelt wird, genügt Francis Lee ein einziger Satz von Gheorghe, um die Homophobie in seiner Heimat anzudeuten. Und nicht viel mehr benötigt Johnnys Großmutter, um ihrem Enkel zu verstehen zu geben, dass sie durchaus erkannt hat, was sich da zwischen ihm und dem Saisonarbeiter entwickelt hat, und dass sie dies akzeptiert.

Jede noch so kleine Geste, jeder Blick verrät mehr, als es mit Worten auszudrücken wäre. Wie sich diese beiden Männer einander annähern, wie es Gheorghe gelingt, diesen harten emotionalen Panzer aufzusprengen, den Johnny umschließt, das ist ein auch für den Zuschauer geradezu schmerzhafter Prozess. Das ist nicht nur zu Herzen gehend, sondern eine großartige inszenatorische wie darstellerische Leistung. Nach „Beautiful Thing“, „Pride“ und „Weekend“ gibt’s nun also noch einen britischen Film für die schwulen All Time Favourites.

PS: Und wer sich fragt, warum die beiden Hauptdarsteller so routiniert Steinmauern reparieren und Schafe schlachten können – Francis Lee hatte sie zur Vorbereitung zu einem mehrwöchigen Praktikum am Drehort verdonnert. Sehr erfolgreich, wie man sehen kann.

Axel Schock in „SIEGESSÄULE“ Berlin 10/2017

mittwochsFilm im Oktober | Überleben in Neukölln

Mittwoch, 01.11.2017, 20 h
Preview!

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße

Eintritt frei!



D 2017, 82 Min., Regie: Francis Lee, mit Josh O´Connor, Alec Secareanu

Im Zentrum des Films steht Stefan Stricker, der sich Juwelia nennt und seit vielen Jahren eine Galerie in der Sanderstraße in Berlin Neukölln betreibt. Hier lädt er an jedem Wochenende Gäste ein, de­nen er schamlos aus seinem Leben erzählt und poetische Lieder singt, die er mit seinem Freund aus Hollywood Jose Promis  ge­schrieben hat. Juwelia war ihr Leben lang arm und sexy, hat stets um Anerkennung gekämpft, sie aber nur teilweise bekommen. Der Film begleitet sie nach New York, wo sie zum ersten Mal eine Aus­stellung hat und dort auch auftritt. In ihrer hessischen Heimatstadt Korbach am Grab ihrer Mutter kommen Juwelia die Tränen. Ihre Mutter hat sich mit 82 Jahren das Leben genommen und die weibli­che Seite ihres Sohnes nie akzeptiert. Juwelia ist Clown, Philosoph und Überlebenskünstler und immer noch ein Geheimtipp.
Neben Juwelia treffen wir die 89 jährige Frau Richter, die im Alter von 50 Jahren nach Neukölln zog, um hier mit einer Frau glücklich zu werden.
Wir treffen den androgynen kubanischen Sänger und Tänzer Joa­quin la Habana, der mit seinem Mann zusammenlebt. Sein 17 jähri­ger Sohn ist stolz auf ihn.
Wir treffen Mischa Badasyan aus Russland, einen Performance­künstler, der es sich zur Pflicht machte, ein Jahr lang jeden Tag mit einem anderen Mann Sex zu haben. Und wir begegnen der syri­schen Sängerin Enana, die nach ihrer dramatischen Flucht nach Berlin hofft, ein freieres Leben führen zu können, als Frau und als Lesbe.
Patsy l‘Amour la Love veranstaltet die „Polymorphia“ Party- und Diskussionsreihe und bezeichnet sich selbst als Polittunte. Gerade hat sie ihre Magisterarbeit „Selbsthass und Emanzipation“ veröffent­licht.
Neukölln war immer ein armer, proletarischer Bezirk mit viel Krimi­nalität. Vor zehn Jahren kamen wegen der billigen Mieten die Künstler. Seit fünf Jahren entwickelt sich Neukölln zum Hipster-Bezirk und Mekka für Spekulanten. Mein Film ist ein Zeugnis des zurzeit spannendsten Teils von Berlin – und zugleich ein Zeugnis ei­nes Bezirks, der bald seine  Künstler, die sich die Mieten nicht mehr leisten können, vertreiben wird. (Quelle: missingFilms)

 

Zuckerbrot und Peitsche

Eine Einführung in BDSM

SAFE | SANE | CONSENSUAL

 

20. Juli 2017, 19 Uhr c.t.

Treffpunkt: SchwuR, C1-180 (AStA Galerie)

 

Anmeldung: schwur@schwur.net

 

 

Buchpräsentation | Patsy L’Amour laLove – Beißreflexe

Montag 19. Juni, 18 Uhr, UHG Uni Bielefeld, Hörsaal 10

Patsy L'Amour laLove

Patsy l’Amour laLove stellt mit einem Vortrag ihr Buch „Beissreflexe –  Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten und Sprechverboten“ vor. Der Band hat in den letzten Monaten für sehr heftige Auseinandersetzungen gesorgt.

„Queer hat in den vergangenen Jahren eine bedeutsame Veränderung erfahren. Queerer Aktivismus operiert häufig mit Konzepten wie „Critical Whiteness“, „Homonormativität“ und „kulturelle Aneignung“. Ein Kampfbegriff lautet „Privilegien“ und wittert hinter jedem gesellschaftlichen Fortschritt den Verrat  emanzipatorischer Ideale. Oft erweckt dieser Aktivismus den Anschein einer dogmatischen Polit-Sekte. Das Ziel ist nicht selten die Zerstörung des sozialen Lebens der Angegriffenen.

In dem Sammelband widmen sich 27 Autor_innen dieser Form von queerem Aktivismus und ihren theoretischen Hintergründen aus einer Perspektive, die an die teilweise vergessene oder abgewehrte selbstbewusste Entgegnung von Queer anschließt.“

Patsy l’Amour laLove, Geschlechterforscherin aus Berlin, promoviert zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre und arbeit als Kuratorin sowie im Archiv Schwules Museum* Berlin

 

mittwochsFilm im Juni | Mein wunderbares West-Berlin

Mittwoch, 07.06.17, 20 h

Vorpremiere im Rahmen der CSD-Kulturwoche

Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94,

StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Straße

Eintritt: 5,00 €

Mein wunderbares West-Berlin, D 2017, 95 Min., Regie: Jochen Hick


Berlin ist heute die queere Hauptstadt Europas und Fluchtpunkt für nicht-heterosexuelle Menschen aus aller Welt: offen, vielfältig und ziemlich partytauglich. Die Ursprünge dieses Freiheitsgefühls liegen ausgerechnet in der ehemaligen Mauerstadt West-Berlin. Fast alles, was wir heute als queere Berliner Institutionen kennen – vom Schwulen Museum* über die Siegessäule, das SchwuZ und den Teddy Award bis hin zu den Aids-Hilfen – wurde bereits in West-Berlin auf den Weg gebracht.

„Mein wunderbares West-Berlin“ nimmt uns mit auf eine faszinierende schwule Zeitreise: in die 50er und 60er, in denen die West-Berliner zwar noch massiv unter den Einschränkungen und Verfolgungen durch § 175 zu leiden hatten, sich aber dennoch bereits eine lebendige Subkultur mit Szene-Bars und Klubs aufbauen konnten; in die 70er, jene Zeit der bahnbrechenden Emanzipationsbewegungen und gesellschaftlichen Umbrüche; und in die 80er, die geprägt waren von einer Ausdifferenzierung queerer Lebensentwürfe, aber auch den verheerenden Folgen von Aids, die Berlin so heftig trafen wie keine andere deutsche Stadt.

„Mein wunderbares West-Berlin“ lässt prominente und weniger prominente Protagonisten zu Wort kommen: Aktivisten und Lebenskünstler, Travestie-Stars und Museumsgründer, Filmregisseure und Clubbetreiber, Modemacher und DJs. Sie erzählen von persönlichen und gesellschaftlichen Kämpfen, erinnern sich an heimliche Blicke und rauschhaften Sex, legendäre Partys und wütende Demonstrationen, leidenschaftliche Streits und ungeahnte Bündnisse. Zusammen mit zum Teil noch nie gesehenem Archivmaterial entsteht so ein faszinierendes Panorama des schwulen West-Berlins – und von dessen gesellschaftlichen Folgen für heute.

Nach „Out in Ost-Berlin“ (2013, zusammen mit Andreas Strohfeldt) ist „Mein wunderbares West-Berlin“ der zweite Teil von Jochen Hicks Berlin-Trilogie, deren Abschluss sich mit der Zeit nach dem Mauerfall beschäftigen wird.

Quelle: Salzgeber