18. Schwule Filmtage Bielefeld 2013
30. April 2013 | Bielefeld, Community, Freizeit, Schwule Filmtage, Universität | Kommentare (0)
Autonomes Schwulenreferat Uni Bielefeld
Im Juni 2013 starten die Schwulen Filmtage eine neue Reihe. Beginnend mit dem 05.06 präsentieren wir im Filmhaus Bielefeld an jedem ersten Mittwoch im Monat schwules oder queeres Kino und zeigen euch Filme aus der aktuellen Produktion oder auch schon mal ältere Werke, von denen wir denken, dass man sich an sie erinnern sollte.
Mi, 05. Juni, 20 h, Lost In Paradise, Vietnam 2011, 97 Min., Regie: Vu Ngoc Dang
ein Film um Liebe, Romantik, Prostitution in dem Millionen-Moloch Ho-Chi-Minh-Stadt
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld, StadtBahn Rathaus, August-Schroeder-Str.
Beginn 20,00 Uhr, Eintritt 5€
Mittwoch, 10. April 2013, 19.30 h
Fachhochschule Bielefeld (Kurt- Schumacher- Str. 6, 33615 Bielefeld, Gebäude D, 2. Stock, Raum 207)
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld
„Genregulation verursacht Homosexualität“ so titelt focus-online am 20.12.2012. Der Wille zum Wissen nach den Ursachen nicht-heterosexuellen Begehrens scheint auch 22 Jahren nach der Streichung der Krankheit „Homosexualität“ aus dem international relevanten Diagnoseschema ICD ungebrochen.
Der Biologie und Sozialwissenschaftler Dr. Heinz-Jürgen Voß geht den verschiedenen, insbesondere medizinischen und psychiatrischen Erklärungsansätzen in seinem Vortrag kritisch auf den Grund. Neben der naturwissenschaftlichen Facette beleuchtet er auch die gesellschaftliche und fragt im Sinne Foucaults, wem die geführten Diskurse nützen und wie sie letztlich erst zur Bildung der Kategorie Homosexualität mit ihren schwerwiegenden Folgen, wie Menschenexperimenten, der Vernichtung im Nationalsozialismus und den bis heute anhaltenden Akten symbolischer Gewalt führten.
eine Veranstaltung des SchwuR in der FH Bielefeld,
Kurt-Schumacher-Str. 6
Gebäude C, Raum 136, Theaterlabor, Eintritt frei
StadtBahn Bültmannshof
Joachim Bartholomae (Männerschwarm Verlag, Hamburg) über Stolz und Elend des Außenseiters in der Literatur
Außenseiter zu sein ist kein Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung.
Die Tragödien Heinrich von Kleists zeigen den aristokratischen Außenseiter voller Stolz und Selbstverachtung, doch mit Franz Kafka rückt das Leiden an der Andersartigkeit in den Mittelpunkt.
Zwischen diesen zwei Polen oszillieren die Figuren Thomas Manns, James Baldwins, Eric Jourdans und Walter Foelskes. Bartholomae arbeitet in seiner Lesart dieser klassischen Texte typische Problemstellungen und Verhaltensmuster heraus, die für das (Selbst-)Verständnis von Außenseitern noch heute von Bedeutung sind und stellt sein im Oktober erschienenes Buch “Wie der Keim einer Südfrucht im Norden – Kleist, Kafka und andere Außenseiter der Literatur” vor.
Die eigene Welt in einem anderen Blickwinkel gezeigt zu bekommen erweitert den Horizont um Aspekte, die einem sonst verborgen bleiben.
In seinen Lesarten bekannter und unbekannter Autoren betont Joachim Bartholomae deshalb das Fremdartige.
Als Einstieg wählt er Heinrich von Kleist als denjenigen, der den Außenseiter der deutschsprachigen Literatur „erfunden“ hat.
Über Oscar Wilde, Thomas Mann und James Baldwin nähert er sich schwulen Autoren der Gegenwart, unter anderen Eric Jourdan, Walter Foelske und Peter Rehberg.
Joachim Bartholomae (Jg. 1956) studierte Soziologie in Bielefeld und arbeitet seit 1985 im Buchhandel. Er ist Mitbegründer des Männerschwarm Verlags, Hamburg, und dort seit zwanzig Jahren für das literarische Programm zuständig.
“Schwulsein heißt, ein Bewußtsein davon zu haben, daß man sich von anderen unterscheidet und querliegt zu den vorgefertigten Lebensweisen. … Und Schwulsein heißt vor allem, sich aus einer Position zu entfernen, in der man um Anerkennung kämpft.
Ob nach all den Jahren aus Homosexuellen Schwule in diesem Sinne geworden sind, scheint mir angesichts einer wieder einmal auf Anpassung an die Lebensweise der Mehrheit abzielenden Politik … zweifelhaft zu sein.” (Martin Dannecker)
FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Eintritt frei
Vortrag von Carmen Grebe. Die Referentin ist seit 2001 als Anwältin selbständig tätig. Seit 2006 ist sie Fachanwältin für Familienrecht. Daneben ist sie als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für die öffentliche Verwaltung NRW tätig. Seit 2012 berät sie zudem Eltern und in Trennung lebende Paare als systemische Familienberaterin.
Homosexuelle können nicht heiraten. Auch ihre Kinder haben nicht die selben Rechte wie die Heterosexueller. Doch was bedeuten die diskriminieren Sachverhalte im am alltäglichen Leben von Regenbogenfamilien? Und welche juristischen Möglichkeiten können Lesben und Schwule dennoch nutzen? Erläutert werden die oben gestellten Fragen unter anderem anhand des Adoptions-, Erziehungs- und Aufenthaltsrechts.
Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld
Mittwoch, 05.12., 19 h und 21.30 h| Spielfilm: “Parada”
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str 94, StadtBahn 3, August-Schroeder-Straße
Eintritt: 3,00 €


Der ehemalige Kriminelle Limun (Nikola Kojo) besitzt eine Sicherheitsfirma, ist Kriegsveteran und dazu höchst homophob. Seine Verlobte Pearl (Hristina Popović) steckt mitten in Hochzeitsvorbereitungen. Ihr Hochzeitsplaner ist der schwule Mirko (Goran Jevtić). Frustriert von Limuns schwulenfeindlichen Beschimpfungen, will Mirko den Job schon schmeißen, als Pearl ihrem Verlobten ein Ultimatum stellt. Nicht nur besteht sie darauf, dass Mirko bleibt. Das Jawort spricht sie nur dann, wenn Limuns Firma die von Mirko und seinem Freund organisierte Gay-Pride-Parade beschützt, die massiven Anfeindungen ausgesetzt ist. Das Alpha-Tier muss schließlich gemeinsam mit dem schwulen Pärchen für die Rechte von Homosexuellen kämpfen. Ohne Unterstützung der Polizei.
Auf der Suche nach Sympathisanten reisen sie gemeinsam durch ein zerrissenes Land und engagieren dubiose Mitstreiter für eine gerechte Sache. Die alten Feinde – Serben, bosnische Muslime, Kosovo-Albaner und kroatische Kriegsveteranen – bilden zusammen eine utopische Truppe der besonderen Art, die es mit bunten Luftballons und Regenbogenfahnen gegen fiese Nationalisten und Neo-Nazis aufnimmt.
Die skurrile Komödie von Srdjan Dragojević war ein Publikumshit der Berlinale 2012 und gewann den Panorama-Publikumspreis. Klischees, Stereotypen und sicher geglaubte Wahrheiten verkehrt der Film in ihr hochgradig unterhaltsames Gegenteil. Ein sicheres Gespür für Situationskomik, grandiose Dialoge und eine seltene Übertreibungskunst machen aus »Parada« ein einziges Kinofest.
Festivals und Auszeichnungen:
- Berlinale 2012: Panorama-Publikumspreis
- Berlinale 2012: Preis der Ökomenischen Jury – Besondere Erwähnung
- Berlinale 2012: »ELSE« – Der Leserpreis der Siegessäule
- Filmfest Freiburg 2012 – Publikumspreis
- Toronto LGBT Film Festival 2012: Publikumspreis
- Cinemacity Festival 2012 – Publikumspreis
- FIPRESCI-Preis Serbien – Bester Spielfilm 2011
- FIPRESCI-Preis Serbien – Nikola Kojo – bester männlicher Hauptdarsteller 2011
Mittwoch, 12.12., 20 h | Vortrag: Regenbogenfamilie Teil II – Die juristische Perspektive
FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Referentin: RA Carmen Grebe, Köln
Eintritt frei
FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Eintritt frei
Barbara Schiller (Diplom-Pädagogin), Köln, berichtet über ihre 2010 verfasste Diplomarbeit „Zur Lebenssituation gleichgeschlechtlicher Eltern und ihrer Kinder“. Dabei wird insbesondere die Lebenssituation von Kindern betrachtet, die in einer gleichgeschlechtlichen Familienform aufwachsen. Im Verlauf des Vortrages werden des Weiteren ein Bezug zur Heteronormativität unserer Gesellschaft hergestellt und neue Perspektiven für gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch betrachtet.
Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld
Mittwoch, 07.11., 20 h | Doku-Film: “Call me Kuchu”
Filmhaus Bielefeld, August-Bebel-Str 94, StadtBahn 3, August-Schroeder-Straße
Eintritt: 3,00 €
Ein Film von Katherine Fairfax Wright & Malika Zouhali-Worral

Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen in Uganda ein verschärftes Anti-Homosexualitäts-Gesetz durchzusetzen, das Haftstrafen für Homosexuelle und in „schweren Fällen“ sogar die Todesstrafe vorsieht. David Kato, Menschenrechtsaktivist und der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter_innen versuchen, das mit allen Mitteln zu stoppen. CALL ME KUCHU dokumentiert ihren Kampf gegen die Hetze der Presse und der ugandische Regierung. Die brutale Ermordung Katos während der Dreharbeiten im Januar 2011 erschüttert die Gemeinschaft zutiefst und gibt dem Anliegen der Aktivisten eine noch stärkere, traurige Dringlichkeit. Nach weltweiten Protesten wird der Gesetzesentwurf vorläufig zurückgezogen, nur um ihn nach Abebben der Proteste im Februar 2012 erneut ins Parlament einzubringen. Der Ausgang der Debatte ist noch offen.
Regie: Friedrich-Wilhelm Murnau, Deutschland 1922, 94 Min.
Stummfilm mit Orgelmusik,
an der Orgel: Giampaolo Di Rosa, Rom
Der 1921 entstandene Film des 1888 in Bielefeld geborenen, homosexuellen Regiesseurs Friedrich-Wilhelm Murnau markiert den Beginn des klassischen Horrorfilms. Er basiert auf Bram Strokers Roman Dracula aus dem Jahre 1897.
Dr. Giampaolo Di Rosa wurde 1972 in Cesena, Italien geboren. Er ist Titularorganist der großen Orgel der nationalen portugiesischen Kirche S. Antonio in Rom.
Bahnanfahrt von Bielefeld HBF: 20.09 h oder 20.24 h (Fahrzeit 11 bzw. 7 Min.), Fußweg vom Bahnhof 10 Min. oder Bus D1 20.41 h bis Alter Markt
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