Archiv der Kategorie ‘Schwule Hochschultage‘

 
 

Donnerstag, 17. Januar 2013, 19 h | Vortrag: „Es verlangte mich nicht, die Menschen nachzuahmen“

eine Veranstaltung des SchwuR in der FH Bielefeld,
Kurt-Schumacher-Str. 6
Gebäude C, Raum 136, Theaterlabor, Eintritt frei
StadtBahn Bültmannshof

Joachim Bartholomae (Männerschwarm Verlag, Hamburg) über Stolz und Elend des Außenseiters in der Literatur

Joachim Bartholomae Außenseiter zu sein ist kein Schicksal, sondern eine bewusste Entscheidung.

Die Tragödien Heinrich von Kleists zeigen den aristokratischen Außenseiter voller Stolz und Selbstverachtung, doch mit Franz Kafka rückt das Leiden an der Andersartigkeit in den Mittelpunkt.

Zwischen diesen zwei Polen oszillieren die Figuren Thomas Manns, James Baldwins, Eric Jourdans und Walter Foelskes. Bartholomae arbeitet in seiner Lesart dieser klassischen Texte typische Problemstellungen und Verhaltensmuster heraus, die für das (Selbst-)Verständnis von Außenseitern noch heute von Bedeutung sind und stellt sein im Oktober erschienenes Buch „Wie der Keim einer Südfrucht im Norden – Kleist, Kafka und andere Außenseiter der Literatur“ vor.

Wie der Keim einer Südfrucht im Norden

 

Die eigene Welt in einem anderen Blickwinkel gezeigt zu bekommen erweitert den Horizont um Aspekte, die einem sonst verborgen blei­ben.

In seinen Lesarten bekannter und unbe­kannter Auto­ren betont Joachim Bartholomae deshalb das Fremdartige.

Als Einstieg wählt er Heinrich von Kleist als denjenigen, der den Außenseiter der deutsch­sprachigen Literatur „erfunden“ hat.

Über Os­car Wilde, Thomas Mann und James Baldwin nähert er sich schwulen Auto­ren der Gegen­wart, unter anderen Eric Jourdan, Walter Fo­elske und Peter Rehberg.

Joachim Bartholomae (Jg. 1956) studierte So­ziologie in Bielefeld und arbeitet seit 1985 im Buch­handel. Er ist Mitbegründer des Männer­schwarm Verlags, Hamburg, und dort seit zwanzig Jahren für das literarische Programm zuständig.

„Schwulsein heißt, ein Bewußtsein davon zu haben, daß man sich von anderen unterscheidet und querliegt zu den vorgefer­tigten Lebensweisen. … Und Schwulsein heißt vor allem, sich aus einer Position zu entfernen, in der man um Anerkennung kämpft.

Ob nach all den Jahren aus Homosexuellen Schwule in diesem Sinne geworden sind, scheint mir angesichts einer wieder ein­mal auf Anpassung an die Lebensweise der Mehrheit abzielen­den Politik … zweifelhaft zu sein.“ (Martin Dannecker)

Mi, 12.12., 20 h | Vortrag: Regenbogenfamilie Teil II – Die juristische Perspektive

FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Eintritt frei

Vortrag von Carmen Grebe. Die Referentin ist seit 2001 als Anwältin selbständig tätig. Seit 2006 ist sie Fachanwältin für Familienrecht. Daneben ist sie als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für die öffentliche Verwaltung NRW tätig. Seit 2012 berät sie zudem Eltern und in Trennung lebende Paare als systemische Familienberaterin.

Homosexuelle können nicht heiraten. Auch ihre Kinder haben nicht die selben Rechte wie die Heterosexueller. Doch was bedeuten die diskriminieren Sachverhalte im am alltäglichen Leben von Regenbogenfamilien? Und welche juristischen Möglichkeiten können Lesben und Schwule dennoch nutzen? Erläutert werden die oben gestellten Fragen unter anderem anhand des Adoptions-, Erziehungs- und Aufenthaltsrechts.

Carmen Grebe

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld

Mi, 14.11., 20 h | Vortrag: Regenbogenfamilie Teil I

FH Bielefeld, Gebäude D, Raum 207, StadtBahn 4, Bültmannshof
Eintritt frei

Barbara Schiller (Diplom-Pädagogin), Köln, berichtet über ihre 2010 verfasste Diplomarbeit „Zur Lebenssituation gleichgeschlechtlicher Eltern und ihrer Kinder“. Dabei wird insbesondere die Lebenssituation von Kindern betrachtet, die in einer gleichgeschlechtlichen Familienform aufwachsen. Im Verlauf des Vortrages werden des Weiteren ein Bezug zur Heteronormativität unserer Gesellschaft hergestellt und neue Perspektiven für gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch betrachtet.

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats der Uni Bielefeld und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld

Vortrag Rüdiger Lautmann | Queer professionalism? Homosexuelle als Zielgruppe sozialer Berufe

Die besonderen Sexualitäten, Kürzel: LSBT oder queer, sind mittlerweile gesellschaftlich so weit etabliert, dass sie auch ein Praxisfeld für die berufliche Arbeit abgeben. In verschiedenen Einrichtungen werden Fachkräfte tätig, die zuvor Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie, Public Health, Soziologie, Politik, Ethnologie oder andere kulturwissenschaftliche Fächer studiert haben. Was erwartet sie in dem neuen Berufsfeld? Das wirft spannende Fragen im Schnittpunkt von Sexualität, Geschlecht und Randgruppe auf.

Gliederung des Vortrags
1.     Die >besonderen Sexualitäten<
2.     Sozialarbeit für LSBT:  Einsatzfelder, Bedarf
3.     Zur Methode sozialer Arbeit
4.     Ein Beispiel: die Schwulenberatung Berlin
5.     Queere Themen in der Ausbildung
6.     Der Einsatz von Queer professionals
7.     Lebensort Vielfalt:  Ghetto oder Insel der Freiheit ?
8.     Neue theoretische Herausforderungen
9.     Gerechtigkeit und Anerkennung statt Pathologisierung und Ausgrenzung

Vortrag von Prof. Dr. Rüdiger Lautmann, Berlin

9. Mai, 19.00 h, FH Bielefeld, Kurt-Schumacher-Str. 6, Gebäude D, Raum 207, 33615 Bielefeld

* geänderte Anfangszeit!

Eine Veranstaltung des SchwuR und des Schwulenreferats im AStA der FH Bielefeld

Rüdiger Lautmann

Rüdiger Lautmann

Aufklärung und Aufregung – 50 Jahre Schwule und Lesben in der BRAVO

Die Bravo wurde seit ihrem ersten Erscheinen 1956 schnell die Referenz in Sachen Popkultur für Jugendliche in der Republik. Durchwachsen war dabei stets ihr Verhältnis zur Homosexualität. Während in den 50er-Jahren das Thema noch gänzlich totgeschwiegen wurde, transportierte die Bravo in den 60ern die allgemeine Ansicht, dass Homosexualität eine krankhafte Abweichung von der Norm bedeute. Als „der ewige Sexualtherapeut“ Dr. Sommer 1972 gleichgeschlechtliche Sexualität erstmals nicht als etwas Negatives schilderte, kam die Bravo auf den Index der jugendgefährdenden Schriften und stand kurz vor dem Aus. Erst Ende der 70er und in den 80ern ermöglichte die erstarkte Schwulenbewegung einen offeneren Umgang mit dem Thema auch in den Medien. Eine bewegte Geschichte also, die in der Ausstellung „Aufklärung und Aufregung – 50 Jahre Schwule und Lesben in der BRAVO“ aufgearbeitet wird. In Kooperation mit dem Centrum Schwule Geschichte, Köln, holt das Autonome Schwulenreferat die wandernde Ausstellung vom 15.11.–23.12.2011 in die Uni Bielefeld (Ausstellungsfläche der Bibliothek, C1). Mit insgesamt 1 000 Beiträgen, Tafeln und Originaldokumenten geht die Ausstellung der Frage nach, ob die Bravo eher ein Förderer oder Bremser der sexuellen Emanzipation war und ist.

Für alle, die am Dienstag Sekt, Schnittchen und die Mitarbeiter des SchwuR schmerzlich vermisst haben: Hier ist es zu Problemen bei der Öffentlichkeitsarbeit gekommen, für die wir uns entschuldigen möchten. Gelegenheit zu einem Imbiss gibt es am Mi, 07.12., 19 h. Dann veranstalten wir eine Führung im Rahmen des Mittwochtreffens des Schwulenreferats der FH Bielefeld.

Lesung | Thomas Meinecke – Lookalikes

Düsseldorf, Königsallee: Menschen, die sich Justin Timberlake, Josephine Baker und Serge Gainsbourg nennen, flanieren über das Trottoir. Sie sind Lookalikes, haben sich bei einschlägigen Agenturen registrieren lassen und sind damit beschäftigt, ihre Ähnlichkeit mit diesen Berühmtheiten produktiv zu machen. Sie lesen Bücher (über G-Strings, Pelze und Lacan), sehen sich französische Spielfilme an, haben Affären und kommunizieren vorzugsweise elektronisch.

Salvador da Bahia de Todos os Santos: Thomas Meinecke ist eine Romanfigur, die sich in den afrobrasilianischen Tempeln der Stadt auf die Spuren des Schriftstellers Hubert Fichte begibt und dort die synkretistischen Rituale des candomblé erlebt, in denen nicht nur Heilige in transatlantischen Doppelrollen agieren, sondern Götter die Körper der Gläubigen übernehmen.

Thomas Meinecke, mit allen postmodernen theoretischen Wassern gewaschener Literatur-Discjockey und Zitatraubritter, bekommt in seinem neuen Roman die Rechnung präsentiert: Der Text verschlingt seinen Autor und spuckt ihn als Romanfigur wieder aus – und mitten hinein ins verspielte und gleichzeitig todernst gemeinte Treiben der Lookalikes und ihrer Role Models.

(Suhrkamp Verlag)

plus fort que moi

Portraits schwuler Männer in Marokko
Eine Fotoausstellung von Katrin Krämer

„plus fort que moi“, zu deutsch „es ist stärker als ich“ lautet der Satz, den die Bielefelder Fotographiestudentin Katrin Krämer immer wieder während ihrer Recherchearbeiten von schwulen Männer in Marokko hörte.

Diese jungen Homosexuellen gehören einer wohlhabenden, gebildeten Schicht an und sind Teil einer neuen Generation Schwuler, welche im Internet Communities bilden, durch die wiederum Beziehungen im realen Leben entstehen. Ein in Marokko noch nie da gewesenes soziales Phänomen. Ein gesellschaftliches Tabu.

Katrin Krämers Fotographien portraitieren das daraus resultierende „sich nicht zeigen können“. Ihre Interviews, in denen Bezüge auf Gesellschaft, Religion, Familie und individuelle Selbstfindung genommen werden, vertiefen diese Einblicke. Unweigerlich regen sie auch zum Nachdenken über die von Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung geprägte Vergangenheit und Gegenwart hiesiger Homosexueller an.

Die vom Schwulenreferat der FH Bielefeld und dem SchwuR geförderte Ausstellung wird vom Mittwoch, den 02. November bis zum 30. November 2011 im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld (Lamping Str. 3, 33615 Bielefeld) gezeigt.

Programm für das SoSe 2010

  • Mi, 28.04. | Szeneführung, Treffpunkt: UHG Haupteingang, 19 h

  • Do, 29.04. | SchwuR on Tour: Gottlos glücklich – Podiumsdiskussion mit Ralf König und Michael Schmidt-Salomon, Eröffnung der Ausstellung "Was wagt Kunst?" – Religionskritische Karikaturen von Ralf König, Osnabrück, Theater am Domhof. Abfahrt: Bielefeld HBF, Gleis 3, 17.09 h (zurück OS ab 22.48 h)

  • Do, 20.05. – Mi, 26.05. | Schwule Filmtage Bielefeld

  • Fr, 28.05. | Party des SchwuR und des ISR, UHG Audimin

  • Sa, 17.07. | CSD Bielefeld

Vortrag | Der Repräsentant des Todestriebs oder Bürgerschreck: Schwuler Mann

Wann: Sonntag 16.5.2010, 16 Uhr

Wo: Selbstverwaltetes Zentrum SubstAnZ, Frankenstraße 25a, Osnabrück

Eintritt frei

Woher kommt die Angst vor „dem Schwulen“, die zur alltäglichen Quelle von Hass, Herabwürdigung und Gewalt gegen nicht-heteronormativ lebende Männer werden kann?

Andrea Trumann erläutert Sigmund Freuds Thesen zu den tiefen-psychologischen Wurzeln von Homophobie um sie unter gesellschafts-analytischen Aspekten für die Gegenwart zu prüfen.

Andrea Trumann, geb. 1973, ist Diplom-Pädagogin. Sie engagierte sich in verschiedenen feministischen Gruppen, führte bei JungdemokratInnen/Junge Linke Seminare zum Thema Frauenbewegung durch und veröffentlichte Artikeln und Bücher zu Fragen feministischer Theorie. Schon seit längerem beschäftigt sie sich im Berliner AK Wissenschaftskritik mit Bevölkerungspolitik, Naturbegriffen und Gentechnologie.

Veranstalter: subversiv-perverse Aktion in Kooperation mit dem Autonomen Schwulenreferat im AStA der Universität Osnabrück, dem Autonomen Referat für Lesben und andere Frauen im AStA der Universität Osnabrück und dem FrAZ e.V. Eine Vereinsveranstaltung des FrAZ e.V. – Neue Gesichter herzlich willkommen!

Buchpräsentation | Chronik der Schwulen

Die Chronik der Schwulen

Die Chronik der Schwulen

Zum jüngsten Band: In Wort und viel Bild zeigt die Chronik der Neunziger ein Jahrzehnt der Promis und der schwulen Offensive: Schauspieler wie Richard Chamberlain bekennen sich, Hape Kerkeling wird lockerer, Patrick Lindner adoptiert ein Kind. Schwule Figuren erobern die Vorabendserien, Carsten Flöter heiratet sogar. Telefonsex und Pornoindustrie boomen, Poppers entspannt und beflügelt. Nebenbei wird § 175 gestrichen, der Kampf um die Homo-Ehe kommt in Fahrt. Erstmals können Hiv-Positive auf eine dauerhaft wirksame Kombi-Therapie hoffen. Dann gibt es noch großes Kino (Philadelphia, My private Idaho) und Romane wie Elvira auf Gran Canaria, Hollinghursts Schwimmbad-Bibliothek, Cunninghams Fünf Meilen vor Woodstock. Der bewegte Mann füllt die Kinokassen.

Eintritt frei!